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Viennale 2026: Bewährter Mix – Eine Vorschau

Autorenbild: Walter Gasperi
Walter Gasperi
vor 1 Minute
3 Min. Lesezeit
64. Viennale (22.10. - 3.11. 2026): Festival-Hits, neues österreichisches Kino und Filmgeschichte
64. Viennale (22.10. - 3.11. 2026): Festival-Hits, neues österreichisches Kino und Filmgeschichte

Die 64. Viennale (22.10. – 3.11. 2026) bietet wieder den bewährten Mix aus heurigen Festival-Hits, filmhistorischen Schwerpunkten und Premieren vor allem neuer österreichischer Filme. – Der Kartenvorverkauf startet am Samstag, dem 17.10..


Eine prominente Regisseurin konnte für den Trailer der 64. Viennale gewonnen werden. Die US-Amerikanerin Kelly Reichardt steuert mit "Rain Set Action" eine Einstellung bei, die es letztlich nicht in ihren letzten Spielfilm "The Mastermind" geschafft hat. Die Wiederholung des Drehs dieser Einstellung macht dabei deutlich, wie zentral in einem Film jedes Detail vom Timing über das Licht bis zu den Requisiten ist. – So ist schon diese Einstimmung, eine Aufforderung genau hinzusehen und hinzuhören.


Eröffnet wird das heurige Festival mit Johann Lurfs 21-minütigem Kurzfilm "Forever … Forever", der im 70mm-Format im Gartenbaukino projiziert wird, und auch am Ende des Festivals steht mit Tizza Covis und Rainer Frimmels "The Loneliest Man in Town", der in Anwesenheit der die Hauptrolle spielenden Wiener Blues-Legende Al Cook gezeigt wird, ein österreichischer Film.


Die "großen" Filme werden wieder im 740 Zuschauer:innen fassenden Gartenbaukino gezeigt, doch mit der Urania, dem Stadtkino im Künstlerhaus, dem Metro Kinokulturhaus und dem Österreichischen Filmmuseum wird bei den 330 öffentlich zugänglichen Vorführungen auch wieder in fußläufiger Entfernung ein schönes Netz an Spielstätten über die Wiener Innenstadt gespannt.


Bunt präsentiert sich dabei wiederum das Programm. Berlinale-Highlights wie Lance Hammers "Queen at Sea", Cristian Mungius mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Drama "Fjord", Ryusuke Hamaguchis Cannes-Preisträger "Soudain – All of a Sudden" feiern ebenso ihre Österreich-Premiere wie Ulrike Ottingers ebenso eigenwilliger wie bildmächtiger Vampirfilm "Die Blutgräfin" oder Angela Schanelecs gewohnt elliptischer "Meine Frau weint" und May el-toukhys Venedig-Siegerfilm "Woman Unknown – Kvinde ukendt".


Da die Viennale kein A-Festival mit großem Wettbewerb ist, muss sie keine Premieren präsentieren, sondern kann sich – so weit erhältlich – die Perlen aus den Programmen anderer Festivals herauspicken. Auf James Grays "Paper Tiger", Rodrigo Sorogoyens "El ser querido – The Beloved" und Arthur Hararis "L´inconnue – The Unknown" darf man sich so ebenso freuen wie auf Isabelle Stevers beim Filmfestival von Locarno vielbeachtete, in der Ukraine spielende homosexuelle Liebesgeschichte "I Rarely Wake Up Dreaming".


Aber auch zahlreiche weitere Highlights anderer Festivals wie Andrej Zvyaginstevs "Minotaur", Andrew Haighs "A Long Winter", Marine Altans "Gradiva" oder Jesse Eisenbergs "The Debut" und Martin McDonaghs "Wild Horse Nine" stehen auf dem Programm.


Gewohnt stark präsent ist auch das österreichische Kino. Für ein Highlight dürfte Sandra Wollners in Cannes gefeierte Trauergeschichte "Everytime" sorgen, aber auch Sebastian Brameshubers bei der Berlinale uraufgeführtes Roadmovie "London", Manuel Wetschers in Venedig präsentiertes Spielfilmdebüt "Eklipse" und Katharina Rabls "Erinnerungen eines Waldes" feiern im Rahmen des Festivals ihre große Österreichpremiere. – Auffallenderweise bestimmen hier außer Covi / Frimmel keine renommierten Namen, sondern eine jüngere Generation das Bild.


Fans von Slow Cinema werden bei "La libertad doble – Double Freedom" des Argentiniers Lisandro Alonso auf ihre Kosten kommen und auch Valeska Griesebach könnte mit "Das geträumte Abenteuer" die Kraft einer ganz einfachen und alltäglichen Geschichte vermitteln.


Neben den aktuellen Filmen, zu denen auch 38 Kurzfilme gehören, die in zehn Programmen präsentiert werden, wird aber wie gewohnt auch wieder die Filmgeschichte mit mehreren Programmen gepflegt. So rückt ein Schwerpunkt mit sechs Filmen das Schaffen der libanesischen Journalistin und Filmemacherin Jocelyne Saab ins Zentrum. Ihrer "Beirut-Trilogie" – "Beyrouth, jamais plus" (1976), "Lettre de Beyrouth" (1978) und "Beyrouth, ma ville" (1982) - , die den libanesischen Bürgerkrieg dokumentiert, stehen dabei mit "Les enfants de la guerre" (1976), "Iran L´utopie en marche" (1980) und "Égypte, la cité des morts" (1977) drei Filme zum Umbruch im Nahen Osten gegenüber.


Ein weiteres Spezialprogramm widmet sich unter dem Titel "Die solomonischen Korrespondenzen" dem amerikanischen Filmregisseur Phil Solomon (1954 – 2019). Dazu kommt in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria unter dem Titel "Alles bunt und wunderbar?" ein Schwerpunkt zum österreichischen Film der 1990er Jahre sowie in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum eine große Retrospektive zum US-Regisseur Robert Aldrich (1918 – 1983).


Aber auch ein umfangreiches Rahmenprogramm in der Viennale Zentrale, die heuer im Funkhaus beheimatet ist, fehlt nicht. Neben Gesprächen und Diskussionen mit Filmemacher:innen gibt es dabei auch fünf Abende mit Musik, bei der sich der Bogen von Jazz über Dub bis zu Northern Soul und Disco spannt. Am DJ-Pult wird dabei unter anderem auch wieder Lars Eidinger stehen.


Weitere Informationen sowie den Spielplan finden Sie hier.


Viennale-Trailer


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