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  • AutorenbildWalter Gasperi

Crossing Europe Linz 2024: Plattform für junges europäisches Kino

Aktualisiert: 5. Mai

Die 21. Ausgabe des Crossing Europe Filmfestival Linz (30.4. – 5.5. 2024) verspricht mit 144 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen aus 41 Ländern wieder ein spannendes Programm mit unkonventionellen, sozialkritischen und künstlerisch ambitionierten Produktionen. - Der Kartenvorverkauf beginnt heute (19. April).


Eröffnet wird das Crossing Europe Filmfestival Linz, das wiederum von Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler geleitet wird, wie gewohnt parallel mit vier Filmen aus den verschiedenen Sektionen. So wird die Sektion European Panorama Fiction mit "Domankinstvo Za Pocetnici" ("Hauskeeping for Beginners") eröffnet, in dem der mazedonisch-australische Regisseur Goran Stolevski vom Roma- und Queer-Sein in Nordmazedonien erzählt.


Der Wettbewerb der Jugendschiene YAAS! startet dagegen mit Asli Özarslans Verfilmung von Fatma Aydemirs Roman "Ellbogen", die von der Identitätssuche einer 18-jährigen Deutsch-Türkin erzählt. Auf den Tribute, der heuer der niederländischen Dokumentarfilmerin Aliona van der Horst gewidmet ist, stimmt ihr neuer Film "Gerlach" ein. In dessen Mittelpunkt steht ein niederländischer Bauer, der sich gegen die Industrialisierung stemmt.


Wer saftiges europäisches Genrekino vorzieht, kann sich dagegen am Eröffnungsabend auf Tilman Singers Horrorfilm "Cuckoo" freuen, der in der vom Filmjournalisten Markus Keuschnigg kuratierten Programmschiene "Nachtsicht" läuft.


Breit gestreut sind wieder die thematischen Schwerpunkte der Filme, die von politischem Aktivismus und Klima-Aktivismus über jugendliches Leben in Europa, LGBTQIA+ und Altern bis zu Kriegsthemen und Migration reichen.


Wie gewohnt werden dabei in den Sektionen Competition Fiction und Competition Documentary wieder der Crossing Europe Award und der Crossing Europe Audience Award für den besten Spielfilm und der Crossing Europe Social Awareness Award für den besten Dokumentarfilm vergeben. Wie diese Preise ist auch der Crossing Europe Award – Local Artist mit 5000 Euro dotiert, während in der Sektion YAAS! der Sieger, den mit 3000 Euro dotierten Crossing Europe Award – YAAS Jugendjury erhält. Dazu kommen in der Sektion Local Artists noch der mit 2000 Euro dotierte Crossing Europe Innovation Award und der mit 1500 Euro dotierte Creative Region Music Video Award.


Von den meisten der elf ersten und zweiten Spielfilme, die in der Sektion Competition Fiction laufen, dürfte man noch nichts gehört haben. Ausnahmen sind hier der ukrainische Film "Stepne" und der portugiesische Beitrag "Baan", die schon beim letztjährigen Filmfestival Locarno beeindruckten, und die glänzend gespielte schwedische Satire "The Hypnosis", die man schon in den Schweizer Kinos entdecken konnte. Die geographische Bandbreite des Wettbewerbs spannt sich von Portugal ("Baan"), Spanien ("The Human Hibernation") und Frankreich ("En Attendant la nuit – For Night will come") über die Niederlande ("Melk – Milk") und Deutschland ("Arthur & Diana") bis nach Polen ("Ultima Thule") und Rumänien ("Tigru – Day of the Tiger").


Auch im Competition Documentary konkurrieren elf Filme. Ebenso spannend wie erschütternd ist hier beispielsweise der ukrainische Beitrag "Intercepted", in dem abgefangene Telefonate russischer Soldaten mit Bildern der Zerstörungen in der Ukraine kombiniert werden. Auch hier verspricht die große Bandbreite von der portugiesischen Produktion "Tales of Oblivion" über den finnischen Beitrag "Once Upon a Time in a Forest" bis zum ungarischen "Fanni Kertje – Fairy Garden" ebenso vielfältige wie spannende Filmerfahrungen.


Auf Jugendthemen fokussiert naturgemäß die Jugendschiene YAAS!, in der beispielsweise "La voie royale" von einem Teenager aus einfachen Verhältnissen erzählt, die an eine französische Eliteschule aufgenommen wird. Im Zentrum von "Rivière" steht dagegen ein Mädchen, das eine Karriere als Eishockey-Profi anstrebt.


Zumindest zwei bekannte Namen finden sich mit Levan Akin und Eva Trobisch in der Sektion European Panorama Fiction. Während Akin nach seinem Debüt "Als wir tanzten" in seinem zweiten Spielfilm "Crossing" in die queere Community Istanbuls entführt, fokussiert Eva Trobischs in "Ivo" auf einer ambulanten Palliativpflegerin und deren Patient:innen. Schon im Wettbewerb von Locarno lief Laura Ferrés ziemlich sperriges Debüt "La imatge permanent – The Permanent Picture".


Im European Panorama Documentary sticht aus lokaler Perspektive "Teaches of Peaches" heraus, in dem der Dornbirner Philipp Fussenegger und Judy Landkammer die kanadische Sängerin Peaches porträtieren. Aber auch hier darf man mit Produktionen unter anderem aus Spanien, Dänemark, der Slowakei, Skandinavien und Polen auf weitere spannende Entdeckungen hoffen.


Dazu kommt ein European Panorama Special, das sich dem Schweizer Film widmet und in dem neben Alice Rohrwachers "Lazzaro Felice" und Peter Liechtis "The Sound of Insects" - fast parallel zum Österreich-Start - auch Elene Naverianis "Blackbird Blackbird Blueberry – Amsel im Brombeerstrauch" gezeigt wird.


Spannender Kontrast zu diesen vielfach gesellschaftskritisch dominierten Programmschienen bietet in Linz immer die Sektion "Nachtsicht", in der auch heuer wieder eigenwilliges europäisches Genrekino gezeigt wird. Neben neuen Produktionen wie Ole Bornedals "Nightwatch: Demons Are Forever" fehlt hier auch Bornedals 1994 zum Überraschungshit avancierter "Nightwatch" nicht.


Während in der Sektion "Arbeitswelten" vier Filme gezeigt werden, in denen Menschen im Zentrum stehen, deren beruflliche Tätigkeiten fließend ins aktivistische Handeln übergehen, beleuchtet die Dokumentarfilmreihe "Architektur und Gesellschaft" mit fünf Filmen unter dem Motto "Transformation" unterschiedliche Lebensrealitäten in Zeiten des Umbruchs.


Mit sechs Filmen wird beim Tribute ein Einblick in das Schaffen von Aliona van der Horst geboten. Die 1970 als Kind einer russischen Mutter geborene und in der Heimat ihres niederländischen Vaters aufgewachsene Dokumentarfilmerin setzt sich in ihren persönlichen, essayistischen Arbeiten immer wieder mit den politisch verursachten Wunden innerhalb der russischen Gesellschaft sowie mit ihren eigenen Wurzeln auseinander.


Die Schiene Local Artists fokussiert auf dem aktuellen oberösterreichischen Filmschaffen und präsentiert neben 45 Kurz- und mittellangen Filmen auch sechs Langfilme, zwei davon als Weltpremiere. Ein Special ist dabei der aus Oberösterreich stammenden und in Berlin lebenden Digitalkünstlerin Dagmar Schürrer gewidmet, die sich mit Animation und Extended Reality-Technologien beschäftigt.


Das Festival bietet aber auch die Möglichkeit zum Austausch mit den Filmschaffenden, werden doch rund 100 Filmgäste aus dem In- und Ausland erwartet, die im Anschluss der Vorführung ihrer Filme zu einem Q&A zur Verfügung stehen werden, aber auch im Rahmen des umfangreichen Rahmenprogramms bei Talk-Veranstaltungen spannende Einblicke in ihre Arbeit bieten werden.



Weitere Informationen zum Programm und Spieldaten finden Sie hier.


Weitere Berichte vom Crossing Europe Film Festival 2024:

- Zwischenbericht 1 ("Ultima Thule" + "Hotel Pula")

- Zwischenbericht 2 ("Ellbogen" + "Il pleut dans la maison")



Trailer zum Crossing Europe Filmfestival Linz



 

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