• Walter Gasperi

Arthouse-Streamingangebote von Mubi, Arte und Co. im Mai


DIE Fundgrube schlechthin im Bereich des Arthousefilms ist wohl Mubi. Im Mai werden beispielsweise mehrere Filme von Jim Jarmusch, aber auch von Jean-Luc Godard und Jacques Tati kostenpflichtig angeboten. Aber auch die kostenlosen Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind nicht zu verachten.


Fünf frühe Filme von Jim Jarmusch kann man im Mai bei Mubi genießen. Neben dem wenig bekannten Debüt "Permanent Vacation" stehen auch die Kultfilme "Stranger than Paradise" und "Down by Law", der Western "Dead Man" sowie die hinreißenden Episodenfilme "Night on Earth" und "Mytery Train" zum Streaming zur Verfügung. Während Jarmusch in "Night on Earth" mit fünf Taxifahrergeschichten einen Bogen um die halbe Welt spannt, spielt "Mystery Train" zur Gänze in Memphis, Tennessee und zum Großteil auch noch in einem Hotel. Jarmusch erzählt dabei drei parallel ablaufende Geschichten hintereinander, die der Zuschauer im Kopf zu einer größeren gesamten Geschichte zusammensetzen muss.


Bei Mubi gibt es auch gleich die Möglichkeit Jarmuschs "Stranger than Paradise" mit dem deutlich davon beeinflussten bosnischen Regiedebüt "Take Me Somewhere Nice" zu vergleichen. Ena Sendijarević schickt darin eine junge in den Niederlanden aufgewachsene Bosnierin auf eine Reise durch die ihr fremde Heimat.


Klassiker wie Jacques Tatis "Trafic", Federico Fellinis "I Vitelloni – Die Müßigänger" oder Andrej Tarkowskis erratischer "Nostalghia" stehen neben neuen Filmen wie Jean-Luc Godards "Bildbuch", Lucrecia Martels "Zama" oder Paul Thomas Andersons Dokumentarfilm "Yunun". – Das Angebot ist schier unerschöpflich, reicht von Aleksandr Dovzhenkos lyrischem Stummfilm "Erde" bis zu Mati Diops letztes Jahr in Cannes preisgekrönten "Atlantique".


Aber auch die kostenlosen Streamingangebote von Arte und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern sind nicht zu verachten, teilweise aber nur in den Ursprungsländern der Sender zu empfangen. Mit "Der Vater meiner Kinder" (Arte bis 31.5.) und "Alles was kommt" (WDR bis 16.5.) kann man sich einen Einblick in das Schaffen von Mia Hansen-Love verschaffen, ARD bietet bis 13.5. "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" an, in dem Joachim A. Lang die Kontroversen bei der Verfilmung von Brechts Stück im Jahre 1930 nachzeichnet.


Arte erinnert mit einem Schwerpunkt an den französischen Meisterregisseur Éric Rohmer, der am 21. März 100 Jahre alt geworden wäre, bietet aber auch Jacques Rivettes vierstündiges Meisterwerk "Die schöne Querulantin" an. Aber auch Stummfilmklassiker wie King Vidors den Neorealismus schon vorwegnehmender "The Crowd – Ein Mensch der Masse" oder Rupert Julians frühe Verfilmung von "Das Phantom der Oper" fehlen hier nicht.