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Good Luck, Have Fun, Don´t Die

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
"Good Luck, Have Fun, Don´t Die": Wenig subtile, aber unterhaltsame, satirische Action-Komödie von Gore Verbinski
"Good Luck, Have Fun, Don´t Die": Wenig subtile, aber unterhaltsame, satirische Action-Komödie von Gore Verbinski

Ein Zeitreisender kehrt aus der Zukunft in die Gegenwart zurück, um mit einigen Helfern den Untergang der Menschheit durch die KI zu verhindern: Vor Einfallsreichtum überbordende, temporeiche, aber alles andere als subtile, satirische Action-Komödie, die von einem fulminant aufspielenden Sam Rockwell getragen wird.


Mit den ersten drei "Fluch der Karibik"-Filmen (2003 – 2007) landete Gore Verbinski Welterfolge und 2012 gewann er für den Animationsfilm "Rango" (2011) einen Oscar. Dann wurde es still um den 1964 geborene Amerikaner. Doch zehn Jahre nach dem bei Publikum und Kritik durchgefallenen Mysterythriller "A Cure of Wellness" (2016) meldet sich Verbinski mit "Good Luck, Have Fun, Don´t Die" lautstark zurück.


Aus der Zukunft tritt ein Mann (Sam Rockwell), der mit seinem Regenmantel und seinem ungepflegten Äußeren wie ein Obdachloser wirkt, in ein Diner. Niemand will ihm zuhören, als er vor den Gefahren der KI warnt, denn alle starren nur auf ihre Smartphones. Aufmerksamkeit kann er sich nur verschaffen, indem er über die Tische trampelt und den Rauswurf nur verhindern, indem er darauf hinweist, dass er eine Bombe umgeschnallt habe, mit der er sich und den Diner in die Luft jagen könne.


Zum 117. Mal kehre er nun schon aus der Zukunft zurück und jedes Mal sei der Versuch gescheitert, die Entwicklung zu verhindern, die zur Vernichtung der Menschheit durch die KI führe. Dennoch stellt er aus den Besucher:innen im Diner wiederum ein siebenköpfiges Team zusammen, mit dem er durch die Stadt zu einem Haus ziehen will, in dem ein neunjähriger Junge den Code für die KI programmiert.


Wie ein Patchwork aus zahlreichen Filmen wirkt schon dieser Auftakt. Denn während mit dem Mann aus der Zukunft, der die Menschheit retten soll, Verbinski und sein Drehbuch Matthew Robinson unübersehbar James Camerons "Terminator" (1984) variieren, weckt das Diner Erinnerungen an Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" (1994) und die Wiederholung der Ereignisse aufgrund bislang erfolgloser Versuche scheint von "Groundhog Day" ("Und täglich grüßt das Murmeltier", 1993) inspiriert, auf den auch explizit verwiesen wird.


In klassischer Manier wird die Gruppe auf dem Weg durch die Stadt sukzessive dezimiert. Denn droht zunächst Gefahr von der Polizei, die das Diner umstellt, verfolgen bald zwei Killer die Gruppe und schließlich greifen auch auf ihre Smartphones fokussierte, zombieartige Jugendliche sowie ein riesiges Katzenmonster an.


Während sich Gorbinski beim Ausbruch aus dem Diner an klassischen Belagerungs- und Ausbruchsfilmen wie John Carpenters "Assault on Precinct 13" (1976) orientiert und der Weg durch die nächtliche Stadt an die Mission von Kurt Russell in Carpenters "Escape from New York" ("Die Klapperschlange", 1980) erinnert, greifen Verbinski / Robinson beim Angriff der Jugendlichen auf das Home-Invasion-Genre, speziell auf George A. Romeros "Night of the Living Dead" (1968) zurück.


Erweitert wird die Haupthandlung, durch vier Rückblenden, die nicht nur Einblick in die Vorgeschichte von drei Helfern und des Zeitreisenden bieten, sondern auch die Gefahren einer digitalisierten Welt und der KI aufzeigen. Der Bogen spannt sich hier von Handysucht über Videosucht, für die eine Beziehung aufgegeben wird, bis zum Klonen, das den Tod von Kindern mit einem Lächeln akzeptieren lässt, da geliebte Menschen ja beliebig oft reproduziert werden können.


Alles andere als subtil ist "Good Luck, Have Fun, Don´t Die", dessen Titel sich auf das auf oberflächliche Unterhaltung ausgerichtete Leben in der virtuellen Welt bezieht, und die Handlung ist auch mehr ein wildes Mashup als wirklich kohärent, aber der Einfalls- und Handlungsreichtum sorgen doch für temporeiche Unterhaltung.


Leichthändig mischt Verbinski auch Genres, wenn er in den komödiantischen Grundton Actionszenen, aber auch von Ironie durchzogene, blutige Horrormomente einstreut. Weil das aber nie retortenhaft wirkt, sondern sind die Lust des Teams und der Spaß, den die Produktion dieses Films bereitet zu haben scheint, immer spürbar sind, überträgt sich das Vergnügen über weite Strecken auch auf die Zuschauer:innen.


Lustvoll treiben Verbinski und Robinson diese durchgeknallte Satire so sukzessive in absurdere Höhen, bringen mit der Lebensgeschichte des Zeitreisenden und einer seiner Helfer:innen aber auch Emotionen ins Spiel und erteilen auch der KI keine generelle Absage, sondern fordern vielmehr zu deren verantwortungsvollen Nutzung auf.



Good Luck, Have Fun, Don´t Die

USA / Deutschland 2025

Regie: Gore Verbinski

mit: Sam Rockwell, Michael Peña, Juno Temple, Tom Taylor, Zazie Beetz, Haley Lu Richardson, Asim Chandhry

Länge: 134 min.



Läuft derzeit in den Kinos, z.B. im Cineplexx Hohenems.



Trailer zu "Good Luck, Have Fun, Don´t Die"



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