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Das Ende der Sterne - The Dog Stars

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • vor 9 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit
"Das Ende der Sterne - The Dog Stars": Atmosphärisch dichter Endzeit-Film
"Das Ende der Sterne - The Dog Stars": Atmosphärisch dichter Endzeit-Film

In einer postapokalyptischen Welt haben ein Mechaniker und ein Ex-Marine sich einen abgeschiedenen Zufluchtsort geschaffen, doch marodierende Banden bedrohen diesen labilen Neuanfang: Melancholischer Endzeit-Film, in dem Altmeister Ridley Scott mehr auf die Evokation einer dichten Atmosphäre und die Charakterisierung der Figuren als auf dynamische Handlungsführung setzt.


Im Jahr 2035 ist in Ridley Scotts Verfilmung von Peter Hellers 2012 erschienenem Roman "Der Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" die Welt, wie wir sie kennen, nach einer Grippe-Pandemie untergegangen: Denver ist eine nahezu menschenleere Geisterstadt, deren Gebäude und Stadtstraßen verfallen und in der die Natur sich den Raum zurückerobert.


Für den ehemaligen Mechaniker Hig (Jacob Elordi) ist die Großstadt ein Nachschublager. Manchmal landet er hier mit seiner gelben Cessna, um sich Treibstoff, Medikamente, Munition und Nahrungsmittel zu beschaffen. Immer muss er dabei aber auf der Hut sein, denn marodierende Banden ziehen mordend und plündernd durchs Land. So lebt er auch lieber abgeschieden mit seinem Hund Jesper und dem Ex-Marine Bangley (Josh Brolin) in der Wildnis. Doch auch dieses Refugium muss stets mit Waffen gegen potentielle Angreifer geschützt werden.


Viel Zeit lässt sich der 89-jährige Scott, der neben den jüngsten Flops "Napoleon" (2023) und "Gladiator II" (2024) von "Alien" (1979) über "Blade Runner" (1982) und "Thelma und Louise" (1991) bis zu "The Last Duel" (2021) schon einige Meisterwerke geschaffen hat, für die Schilderung dieser Welt. Ein unaufgeregtes Meisterstück souveränen Filmhandwerks ist der nahezu wortlose Beginn, in dem Hig mit seinem Hund Jesper sein klappriges Kleinflugzeug startklar macht, nach Denver fliegt und durch die Stadt zieht. Nicht an hohem Erzähltempo ist der Brite inszeniert, sondern gemächlich, wenn nicht sogar schleppend entwickelt er die Handlung.


Mit einer kleinen mennonitischen Gemeinde in der Nähe von Higs und Bangleys Flugfeld gibt es schon Anzeichen eines zarten Neubeginns, doch das Duo will lieber einen eigenen Weg gehen. Während Bangley aber durchaus mit der Verteidigung ihres Refugiums zufrieden ist, regt ein Funkspruch Hig an loszufliegen, hofft er doch anderswo eine noch heile Welt zu entdecken.


An klassische Western kann nicht nur dieser Traum von einem besseren Leben in einem "promised Land" erinnern, sondern auch die Bedrohung der langsam wieder aufblühenden Farmen durch marodierende Banden erinnert an die Angriffe der Native Americans auf Forts und Siedlungen. Neue Begegnungen wird Hig auf seiner Reise machen, aber auch erkennen müssen, dass der äußere Schein trügerisch sein kann.


An die Stelle des Pferdes im Western rückt dabei das Kleinflugzeug, mit dem Hig die weitgehend unberührte Gegend erkundet. Zusammengeflickt wirkt zwar die zwischen weiten Wäldern, Schluchten und mächtigen vergletscherten Bergen wechselnde Landschaft, doch in großartigen Totalen beschwört Kameramann Erik Messerschmidt diese im Gegensatz zu den Städten noch oder wieder völlig intakte Natur.


In den Begegnungen, die Hig auf seiner Reise macht, wird tiefes Misstrauen spürbar und sichtbar, wie lang der Weg ist, sich das Vertrauen der anderen zu erwerben. So erzählt "Das Ende der Sterne – The Dog Stars" einerseits auch von der Erschütterung der menschlichen Beziehungen durch den Zusammenbruch der Gesellschaft, aber auch von der langsamen Bildung einer neuen Gemeinschaft, wobei aber auch gegenteilige Erfahrungen nicht ausbleiben.


Gleichzeitig wird Higs Leben aber auch von einem schweren persönlichen Verlust überschattet, an dem er zu zerbrechen droht. Doch Ridley Scott ist kein Pessimist, sondern beschwört in seinem altmeisterlich abgehangenen und auf Spektakel verzichtenden Abenteuerfilm trotz der beklemmenden Situation im Finale die Hoffnung auf einen Neubeginn.


Auch dabei weckt er mit einer Tanzszene auf einem Feld wieder Assoziationen an den klassischen Western, im Speziellen an John Fords Meisterwerk "My Darling Clementine" ("Faustrecht der Prärie", 1946), in dem eine Tanzveranstaltung nicht nur den Fortschritt im Aufbau einer neuen Grenzstadt, sondern auch den Beginn einer Beziehung zwischen den ProtagonistInnen signalisiert.

 

 

Das Ende der Sterne – The Dog Stars

USA / Großbritannien 2026

Regie: Ridley Scott

mit: Jacob Elordi, Josh Brolin, Margaret Qualley, Guy Pearce, Benedict Wong, Allison, Janney

Länge: 119 min.



Läuft derzeit in den Kinos, z.B. im Cineplexx Hohenems und im Skino Schaan.



Trailer zu "Das Ende der Sterne - The Dog Stars"


 

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