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Crossing Europe Linz 2026: Die Vielfalt des jungen europäischen Kinos

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit
Crossing Europe Linz: Junges euopäisches Autor:innenkino und Blick auf die 1980er Jahre
Crossing Europe Linz: Junges euopäisches Autor:innenkino und Blick auf die 1980er Jahre

Die 23. Ausgabe des Crossing Europe Filmfestival Linz (28.4. – 3.5. 2026) feiert mit 133 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen in vier Wettbewerbssektionen und weiteren Programmschienen die Vielfalt des jungen europäischen Autor:innenfilms. - Der Kartenvorverkauf beginnt am 20. April.


Eröffnet wird das Crossing Europe Filmfestival Linz wie gewohnt parallel mit vier Filmen aus den verschiedenen Sektionen. Auf die Programmschiene "European Panorama Fiction" stimmt so das niederländische Familiendrama "Donkey Days" von Rosanne Pel ein, das im Wettbewerb des letztjährigen Locarno Film Festivals zu den Höhepunkten zählte.


Die Sektion "European Panorama Documentary" startet dagegen mit "Dom", in dem Massimiliano Battistella Kinder, die nach Beginn der Belagerung Sarajewos nach Italien gebracht wurden, bei der Rückkehr in ihre einstige Heimat und der Suche nach ihrer eigenen Identität begleitet, und den Tribute, der heuer dem europäischen Autor:innenkino der 1980er Jahre gewidmet ist, eröffnet Chantal Akermans Musical "Golden Eighties". Nicht fehlen darf freilich auch die Pflege des europäischen Genrekinos mit der "Nachtsicht", in der zum Start der Psychothriller "Itt érzem magam otthon" ("Feels Like Home") des Ungarn Gábor Holtai gezeigt wird.


In der Sektion "Competition Feature" konkurrieren elf erste oder zweite Spielfilme um den mit 5000 Euro dotierten Crossing Europe Award. Die in Locarno uraufgeführte, in den 1990er Jahren spielende poppige italienische Kindergeschichte "Le Bambine" wird hier ebenso gezeigt wie das Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelte französische Drama "L´engloutie – The Girl in the Snow", das in ein abgeschiedenes winterliches Dorf entführt.


Dazu kommt Jaqueline Zünds atmosphärisch dichter dystopischer Spielfilm "Don´t Let the Sun" sowie weitere Produktionen aus Osteuropa, aber auch "Straight Circle" des Briten Oscar Hudson, "The Lights, They Fall" des gebürtigen Münchners Saša Vajda und "Avant Après" ("Before / After") des Belgiers Manoel Dupont.


Auch in der Sektion "Competition Documentary" konkurrieren elf Filme um den mit 5000 Euro dotierten Crossing Europe Social Awareness Award. Die Auswahl mit Produktionen von Italien bis Schweden und von Spanien bis Polen und Kroatien verspricht auch hier ein vielfältiges und anregendes Programm.


Bislang wenig bekannte Festivalhighlights des letzten Jahres werden in den Programmschienen "European Panorama Fiction" und "European Panorama Documentary" gezeigt. Hier kann man nicht nur Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys meisterhaft reduziertes Gerichtsdrama "On vous croit" ("Wir glauben euch") entdecken, sondern darf unter anderem auch gespannt sein auf "L´interet d´Adam" ("Adam´s Sake"), mit dem die Belgierin Laura Wandel ihren Nachfolgefilm zum Debüt "Un monde - Playground" vorlegt.


Der Tribute des heurigen Festivals bietet mit fünf Filmen Einblick in das europäische Autor:innnenkino der 1980er Jahre. Der Bogen spannt sich dabei von Chantal Akermans "Golden Eighties" über das Roadmovie "Reisender Krieger", in dem Christian Schocher einen Handelsreisenden auf seinen Fahrten durch die Schweiz begleitet, bis zu Marleen Gorris Tragikomödie "Die Stille um Christine M", in dem eine Gerichtspsychologin ein Gutachten über drei Frauen erstellen soll, die angeklagt sind, einen Modeboutique-Besitzer ermordet zu haben.


In der Sektion "Local Artists" fokussiert das Festival dagegen auf Filmen, die in einem Bezug zu Oberösterreich stehen. Hier kann man den Dokumentarfilm "Die noch unbekannten Tage", in dem Jola Wieczorek die Emigration ihrer Familie in den 1980er Jahren von Polen nach Österreich aufarbeitet, ebenso entdecken wie den essayistischen Dokumentarfilm "Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit", in dem sich Konrad Wakolbinger dem Zeitbewusstsein in einer kapitalistisch geprägten Welt widmet, oder Tolga Karaaslans Spurensuche im Leben seines Vaters in "Baba, Whats Your Plan?"


Ein vielfältiges Programm bietet auch wieder die Jugendschiene YAAAS!, die neben fünf Spielfilmen auch Schulvorstellungen, ein Videoprojekt, in dem Jugendliche in Teams eigene filmische Beiträge zu einem aktuellen Thema realisieren, Workshops zum Thema Filmsprache und unter dem Titel "Mini YAAAS! Shorts" ein Kurzfilmprogramm für Kinder ab vier Jahren anbietet.


Die von Lina Dinkla und Katharina Franck kuratierte Programmschiene "Arbeitswelten" wirft wieder ein Blick auf die vielfältigen europäischen Beschäftigungsrealitäten. Der Bogen spannt sich vom Spielfilm "Ich verstehe Ihren Unmut", in dem Kilian Armando Friedrich den Druck vermittelt, der auf der Objektleiterin einer Reinigungsfirma lastet, bis zu Anastasiy Miroshnichenkos Porträt einer Schweißerin in "Welded Together".


Dazu kommt die von Mia Hemmerling und Gerald Wöss kuratierte Sektion "Architektur und Gesellschaft", die sich mit fünf Dokumentarfilmen aus unterschiedlichen Perspektiven mit Verdrängung beschäftigt. Während Martin Gressmann in "Weißer Rauch über schwarze Pumpe" Einblick in den jahrzehntelangen Strukturwandel in der brandenburgischen Lausitz bietet, porträtiert Andrea Kalinová in "Sanatórium nádej" die letzten Bewohner:innen einer ehemaligen Heilanstalt in Georgien.


Packendes Kontrastprogramm zur vielfach gesellschaftskritischen Fokussierung dieser Programmschienen bietet wieder die von Mattias Fabian und Matthias Eckkrammer kuratierte "Nachtsicht", die sich dem europäischen Genrekino widmet. In diesem Rahmen feiern unter anderem die Berlinale-Wettbewerbsfilme "Rosebush Pruning" von Karim Ainouz und "Yön Lapsi" ("Nightborn") der Finnin Hanna Bergholm ihre Österreichpremiere.


Dazu gibt es Publikumsgespräche im Anschluss an die Filmvorführungen sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm unter anderem mit einer Nightline, einem Industry Afternoon, einem fe:male positions Talk sowie einer Ausstellung und einer Lecture Performance.



Weitere Informationen und das komplette Programm finden Sie hier.


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