• Walter Gasperi

TV Tipps: 15.1. bis 21.1. 2021


Lost Highway (David Lynch; 16.1., 3sat 22.10 Uhr) (c) Creative Commons

Von mehreren Filmen von David Lynch über Denis Villeneuves großen Science-Fiction-Film "Arrival" bis zu Josef von Sternbergs "Die Sage von Anatahan" – Ein Streifzug durchs Spielfilmangebot der werbungsfreien TV-Sender in der kommenden Woche.


Am Freitag, den 15.1., ist David Lynch mit zwei Filmen im Fernsehen präsent. Auf 3sat läuft das Märchenelemente mit einer Liebes- und Gangstergeschichte mischende Roadmovie "Wild at Heart" (3sat, 22.25 Uhr) und SRF 1 zeigt den abgründigen Thriller "Blue Velvet" (SRF 1, 23.45 Uhr). Bayern 3 wiederum führt mit Edwin S. Porters 1903 entstandenem Kurzfilm "The Great Train Robbery" zurück an die Anfänge der Filmgeschichte (BR 3, 01.20 Uhr).


Am Samstag, den 16.1., gibt es mit "Lost Highway" einen weiteren verstörenden Trip von Lynch, bei dem die Handlung plötzlich mittendrin abbricht und neu einsetzt (3sat, 22.10 Uhr). Einen der großen Filme der letzten Jahre, der allerdings nur auf der großen Kinoleinwand wirklich seine Wirkung entfalten kann, steht in ORF 1 mit Denis Villeneuves Science-Fiction-Film "Arrival" (ORF 1, 20.15 Uhr) auf dem Programm. SRF 2 präsentiert dagegen mit "Sully" (SRF 2, 22.55 Uhr) Clint Eastwoods souveräne Rekonstruktion der Notwasserung eines Passagierflugzeugs auf dem Hudson River durch den Piloten Chesley "Sully" Sullenberger.


Auch Sonntag, der 16.1., bietet wahrhaft großes Kino mit David Leans dreieinhalbstündigem Meisterwerk "Lawrence von Arabien" (3sat, 20.15) während parallel dazu Peter Weir im starkem "Master and Commander – Bis ans Ende der Welt" (arte, 20.15) Russell Crowe Anfang des 19. Jahrhunderts auf einer Fregatte um Kap Hoorn schickt. Ein Wegbereiter des New Hollywood steht dagegen mit Arthur Penns Gangsterfilm "Bonnie und Clyde" auf SRF 1 auf dem Programm (SRF 1, 00.55 Uhr), der zum 80. Geburtstag von Faye Dunaway gezeigt wird, und beim SWR gibt es schließlich mit "Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung" Billy Wilders bittere Abrechnung mit Hollywood (SWR, 00.50 Uhr).


Am Montag, den 18.1., steht bei arte mit Blake Edwards "Unternehmen Petticoat" klassische Komödienkost auf dem Programm (arte, 20.15 Uhr). Ziemlich durchgeknalltes Kino, das beim Publikum bei der Kinoauswertung nicht ankam, bietet dagegen "Inherent Vice – Natürliche Mängel", mit dem sich Paul Thomas Anderson auf den Spuren des Film noir bewegt (SRF 1, 00.40 Uhr).


Am Dienstag, den 19.1., wird mit Hal Asbbys "Harold und Maude" ein zeitloser tragikomischer Klassiker um einen morbiden Jugendlichen, der als Hobby Beerdigungen besucht, und eine lebensfrohe schrullige Rentnerin geboten (Hessen, 00.00 Uhr).


Am Mittwoch, den 20.1., kommen Freunde von Wes Anderson mit dem hinreißenden "Die Tiefseetaucher" (arte, 20.15 Uhr) auf ihre Kosten, aber mit Alfonso Cuarons "Children of Men" steht auch ein ebenso düsterer wie faszinierender Science-Fiction-Film zur Auswahl (ZDF neo, 23.15 Uhr). Nicht übersehen sollte man aber auch "Die Sage von Anatahan", bei der es sich um die letzte, in Japan gedrehte Regiearbeit des Marlene-Dietrich-Entdeckers Josef von Sternberg handelt (arte, 23.05 Uhr).


Am Donnerstag, den 21.1., bietet Schauspieler Jonah Hills Regiedebüt "Mid90s" einen sichtlich von persönlichen Erfahrungen geprägten frischen Blick auf die L.A. Skaterszene der 1990er Jahre (WDR, 23.45 Uhr). Nicole Kidman brilliert dagegen als innerlich gebrochene Polizistin in Karyn Kusamas starkem Polizeithriller "Destroyer" (SRF 2, 22.35 Uhr).