• Walter Gasperi

TV-Tipps: 1.1. bis 7.1. 2021


Die Taschendiebin (Park Chan-wook, 3sat, 2.1., 23.30 Uhr)

Von Park Chan-wooks ästhetisch brillantem Thriller "Die Taschendiebin" über den meisterhaften spanischen Krimi "La isla minima – Mörderland" bis zu Todd Haynes´ Melodram "Carol". - Die werbefreien TV-Sender bieten auch in dieser Woche mehr als genug.


Am Freitag, den 1. Januar, steht nicht nur Ralf Westhoffs Generationenkomödie "Wir sind die Neuen" ARD, 18.30 Uhr) zur Auswahl, sondern zu später Stunde auch George Clooney und Catherine Zeta-Jones in der Screwball-Komödie "Ein (un)möglicher Härtefall", bei der die Coen-Brüder Regie führten (ZDF, 02.00 Uhr). Dazwischen kommen auch Action-Fans bei "Mission Impossible 6" (ORF 1, 20.15 Uhr) auf ihre Kosten, einen starken Film von Alfred Hitchcock zeigt der NDR mit "Frenzy" (23.30 Uhr) und Thrill mit Witz souverän gemischt bietet Steven Soderberghs Heist-Movie "Ocean´s Eleven" (SRF 2, 21.40 Uhr).


Highlights am Fließband bietet Samstag, der 2. Januar. Fatih Akins starke Wolfgang Herrndorf-Verfilmung "Tschick" (ARD, 23.55 Uhr) wird ebenso geboten wie Ridley Scotts Oscar gekrönter "Gladiator" ZDF neo, 20.15 Uhr), Hitchcocks Meisterwerk "Das Fenster zum Hof" (NDR, 21.50 Uhr) und Paul Verhoevens Erotikthriller "Basic Instinct" (SRF 2, 01.00 Uhr). Western-Fans kommen bei SWR mit Henry Kings Klassiker "Jesse James – Mann ohne Gesetz" (20.15 Uhr) und Fritz Langs Fortsetzung "Rache für Jesse James" (22 Uhr) sowie William A. Wellmans spannender Auseinandersetzung mit Lynchjustiz und Zivilcourage in "Ritt zum Ox-Bow" (23.30 Uhr) nicht zu kurz. Besonderes Highlight des Tages ist aber vielleicht Park Chan-wooks brillant konstruierter und visuell berauschender Erotikthriller "Die Taschendieben" (3sat, 23.30 Uhr).


Am Sonntag, den 3. Januar, gibt es mit Derek Cianfrances "Liebe zwischen den Meeren" ein bewegendes Liebesdrama (ZDF, 14.55 Uhr) und mit Joe Wrights "Stolz und Vorurteil" (Arte, 20.15 Uhr) eine schwungvolle Jane-Austen-Verfilmung. Für Krimikost vom Feinsten sorgt schließlich "La isla minima – Mörderland", in dem zwei ungleiche Polizisten kurz nach dem Tod Francos im südspanischen Marschland einen Serienkiller jagen (SRF 2, 00.20 Uhr).


Am Montag, den 4. Januar, kann man in der Tragikomödie "St. Vincent" verfolgen, wie sich der fast immer großartige Bill Murray als grantiger alter Mann unter dem Einfluss eines kleinen Jungen langsam wandelt (ARD, 23.50 Uhr). Wem der Sinn mehr für einen verstörenden Psychothriller steht, ist bei "Stereo" gut aufgehoben (ZDF, 00.35 Uhr).


Am Dienstag, den 5. Januar zeigt Arte mit Fernando Meirelles John le Carré-Verfilmung "Der ewige Gärtner" einen spannenden Politthriller über die fiesen Machenschaften von Pharma-Konzernen. Spannend kann aber auch das TV-Drama "Sag mir nichts" werden, in dem Andreas Kleinert, dessen Filme immer wieder durch einen sehr genauen Blick auf die Realität überzeugen und packen, von einer Affäre zweier glücklich Verheirateter erzählt.


Am Mittwoch, den 6. Januar, zeigt Arte mit "Der Swimmingpool" einen 60er Jahre-Klassiker mit Romy Schneider und Alain Delon (Arte, 20.15 Uhr). Ein Meisterstück modernen Kinos steht dagegen bei 3sat mit "Carol" auf dem Programm, in dem Todd Haynes von einer heimlichen lesbischen Liebe in den 1950er Jahren erzählt (3sat, 20.15 Uhr). Direkt anschließend folgt mit Steve McQueens Erkundung von Sexsucht in "Shame" auf 3sat ein weiteres starkes Kinostück (3sat, 22.05 Uhr). Engagiertes Polit-Kino gibt es auf Bayern 3 mit Steven Spielbergs "Die Verlegerin", in dem Meryl Streep als Chefin der Washington Post vor der Entscheidung steht, ob sie von der Regierung lange verheimlichte Dokumente veröffentlichen soll. Dazu kommt zu später Stunde mit "Der Pate" der erste Teil von Francis Ford Coppolas großer Mafia-Saga (ZDF neo, 00.40 Uhr).


Am Donnerstag, den 7. Januar folgt "Der Pate 2" (Zdf neo, 01.10 Uhr), aber man kann sich auch auf eine großartige Marie Bäumer als Romy Schneider in "Drei Tage in Quiberon" einlassen (SRF 1, 23.40 Uhr). Scheinbar authentisch zeichnet Emily Atef darin die drei Tage im Jahr 1981 nach, während denen Romy Schneider in dem französischen Kurort Quiberon ein Interview gab. Von Schneiders Tochter und ihrem Ex-Mann wurde der Film allerdings als "totale Erfindung, in dem nichts der Wirklichkeit entspreche" kritisiert.