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Spider-Man: Brand New Day

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
"Spider-Man: Brand New Day": Unterhaltsamer Mix aus spektakulärer Action und ruhigen Szenen
"Spider-Man: Brand New Day": Unterhaltsamer Mix aus spektakulärer Action und ruhigen Szenen

Destin Daniel Cretton mischt spektakuläre Action mit einer intimen Charakterstudie um Identitätssuche: Leichthändiges Blockbuster-Kino, das durch die sichere Mischung von lauten und leisen Szenen sowie durch die vielfältigen Widersacher auch über eine Länge von 145 Minuten temporeiche Unterhaltung bietet.


Am Ende von "Spider-Man: No Way Home" (2021) ließ sich Spider-Man (Tom Holland) nach seiner Enttarnung aus der Erinnerung aller Menschen, inklusive seiner Freunde, löschen und zog sich in eine heruntergekommene New Yorker Wohnung zurück. Kein Privatleben kennt er seither, sondern er widmet sich ganz der Verbrecherjagd, bei der er, ohne seine Identität preiszugeben, auch mit der Polizistin Jean DeWolff (Liza Colón-Zayas) zusammenarbeitet.


Diese Ausgangssituation bietet Destin Daniel Cretton und seinem Team die Gelegenheit den Superhelden immer wieder durch New York fliegen zu lassen, um Verbrecher dingfest zu machen. Nicht nur ebenso rasante wie spektakuläre Action wird so geboten, sondern so ausgiebig wie in keinem anderen Film der letzten Jahre wird auch der "Big Apple" ins Bild gerückt.


Zu allen Tages- und Nachtzeiten und aus unterschiedlichsten Perspektiven gibt es Blicke auf die Skyline von New York, eindrücklich fängt die Kamera von Brett Pawlak sowohl die Wolkenkratzer und die tiefen Straßenschluchten dazwischen als auch Spider-Mans Wohnung oder später den Central Park ein.


Eine klare Stoßrichtung erhält der Film schließlich mit Angriffen auf ein Regierungsgebäude, bei dem Polizeikräfte ebenso wie Unbeteiligte auf unerklärliche Weise fremdgesteuert und manipuliert werden. Gleichzeitig schlittert Spider-Man in eine Identitätskrise.


Auf Dauer lassen sich nämlich die bürgerliche Identität als Peter Parker und die persönlichen Gefühle nicht durch die Fokussierung auf die Verbrecherjagd verdrängen. Wachsenden psychischen Stress verursacht diese Zerrissenheit und zeigt auch bald psychosomatische Auswirkungen, wenn Spider-Man seine Superheldenkräfte nicht mehr kontrollieren kann.


Spektakuläre Actionszenen wechseln so immer wieder mit emotionalen ruhigen Momenten, in denen sich der Superheld nach seiner großen Liebe MJ (Zendaya) und seinem Freund Ned (Jacob Batalon) sehnt. Aber nicht nur Spider-Man, sondern auch seine Antagonistin wird von Einsamkeit gequält. Beide treiben ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten in eine Außenseiterrolle, die sie zwingt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich bewusst zu werden, wer sie selbst sind oder sein möchten.


Erfreulich bruchlos meistert Cretton diesen Spagat zwischen lautem Blockbuster-Kino und bewegender Charakterstudie, verleiht aber diesem 38. Film des Marvel Cinematic Universe trotz der ernsten Themen mit dem an Spinnenfäden durch die Stadt fliegenden Helden, aber auch mit dem Witz der Dialoge dennoch eine Leichtigkeit, die die Spider-Man-Filme schon immer auszeichnete.


Aber auch die große Variationsbreite der Actionszenen sorgt dafür, dass kein Leerlauf aufkommt. Da muss Spider-Man zunächst gegen den mit einem mächtigen Eisenarm ausgestatteten Scorpion (Michael Mando) kämpfen, dann bricht die tobende Seite von Dr. Banners Hulk (Mark Ruffalo) durch und schließlich stellt sich der Ninja-Clan "Die Hand" gegen den Spinnenmann. Andererseits erhält er selbst wieder Unterstützung vom Punisher Frank Castle (Jon Bernthal).


Mit diesen unterschiedlichen Gegnern und Helfern kommen ganz unterschiedliche Waffen und Kampfweisen von den quasi durch die Luft fliegenden Ninjas über den mächtig prügelnden und alles kurz und klein schlagenden Hulk bis zum auf klassische Feuerwaffen vertrauenden Frank ins Spiel. Doch als mächtiger als diese auf physische Kraft und Kampftechnik vertrauenden Figuren erweist sich schließlich eine eher unscheinbare Figur, die auf ganz andere Fähigkeiten vertraut.


Sehr früh ist zwar durchschaubar, wer hier wohl der wahre Verbrecher ist, dennoch gelingen den Drehbuchautoren Chris McKenna und Erik Sommers überraschende Wendungen, durch die der Film am Laufen gehalten wird. Überraschend unspektakulär und sehr offen fällt dabei das Finale aus, das sichtlich auf eine Fortsetzung angelegt ist, die in der kurzen Schlusssequenz am Ende des Nachspanns auch explizit angekündigt wird.



Spider-Man: Brand New Day

USA 2026

Regie: Destin Daniel Cretton

mit: Tom Holland, Mark Ruffalo, Jon Bernthal, Jacob Batalon, Sadie Sink, Zendaya, Tramell Tillman, Michael Mando

Länge: 146 min.



Läuft derzeit in den Kinos.



Trailer zu "Spider-Man: Brand New Day"



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