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  • AutorenbildWalter Gasperi

Diabolik ist nicht zu fassen

Als die Gegenspieler Kommissar Ginko und der Superschurke Diabolik von einer brutalen Bankräuberbande gefangen und in einem Keller eingesperrt werden, bietet Diabolik seinem Kontrahenten Einblick in seine Herkunft: Der Abschluss der als Trilogie angelegten Comic-Verfilmungen der Manetti-Brüder ist bei Plaion Pictures auf DVD und Blu-ray erschienen.


Der deutsche Titel der nach "Diabolik" und "Diabolik wird gejagt" dritten Verfilmung der seit 1962 erschienenen Comic-Serie "Diabolik" führt in die Irre, denn Diabolik wird hier nicht gejagt, sondern ist vielmehr ebenso wie sein Kontrahent Kommissar Ginko selbst ein Gefangener. Viel treffender ist da schon der Originaltitel der Verfilmung des 1968 erschienenen Comic-Hefts "Diabolik chi sei?", denn viel Raum nimmt eine Rückblende zur Vorgeschichte des Supergangsters ein.


Furios eröffnen die Brüder Antonio und Marco Manetti den Abschluss dieser Trilogie mit einem spektakulären Bankraub. Genau geplant haben Diabolik (Giacomo Gianniotti) und seine Geliebte Eva Kant (Miriam Leone) nicht nur den Coup, bei dem sie es auf eine wertvolle Münzsammlung abgesehen haben, sondern auch die anschließende Flucht. Doch die temporeiche Szene, bei der alles wie am Schnürchen abläuft, entpuppt sich als reine Visualisierung des Planes, während bei der tatsächlichen Durchführung eine Bande brutaler Bankräuber dem Schurken-Duo einen Strich durch die Rechnung macht.


Wie Kommissar Ginko (Valerio Mastandrea) nun aber die Bankräuber fassen möchte, so will Diabolik ihnen die Münzen abluchsen. Die Suche nach den Tätern führt beide in das Haus eines Anwalts, wo sie aber überwältigt und in einen Keller gesperrt werden. Nur eine Frage der Zeit ist es, bis sie beseitigt werden. Während Diabolik in dieser Haft Ginko erzählt, wie er seinen Namen erhielt und zum Superschurke wurde, spürt Herzogin Altea di Vallemberg (Monica Bellucci) dem Verbleib ihres Geliebten Ginko nach und holt sich Unterstützung bei Eva Kant.


Wie die beiden ersten Filme besticht auch "Diabolik ist nicht zu fassen" durch seinen Retro-Stil, mit dem gekonnt die Krimis der 1960er Jahre wie "Fantomas" und die ersten Bond-Filme zitiert werden. Autos, Kostüme und Frisuren versetzen in diese Zeit, während die temporeiche, auch durch den Einsatz von Split-Screen angetriebene Erzählweise keinen Leerlauf aufkommen lässt.


Im Stil eines Comics setzen die Manetti-Brüder dabei auch auf visuelles Erzählen, lassen die Bilder sprechen, während der Dialog zurückgenommen ist. Originelle Gadgets gibt es dabei im Gegensatz zum ersten Film zwar fast nur beim Bankraub am Beginn und statt Action bestimmt mit der Haft von Ginko und Diabolik äußerer Stillstand einen großen Teil des Films, doch dafür sorgt die Erzählung Diaboliks für Spannung.


Mit einer abgeschiedenen Felsinsel entführt diese nicht nur an einen originellen Schauplatz, sondern die schwarzweißen Bilder, aus denen einzelne Farbpunkte wie Bluttropfen oder ein Edelstein herausstrahlen, bieten auch echtes Augenfutter.


Originell ist aber auch, dass die beiden Protagonisten mit ihrer Gefangennahme zu Untätigkeit verurteilt sind und ihre Partnerinnen Herzogin Altea und Eva Kant aktiv werden müssen. Starke Frauen, ohne die die beiden Männer verloren wären, werden so präsentiert.


So bietet dieser Abschluss der "Diabolik"-Trilogie nach dem etwas schwächerein zweiten Teil "Diabolik wird gejagt" mit ihrer starken visuellen Sprache, dem stylischen Retro-Look und den hervorragend aufeinander eingespielten Hauptdarsteller:innen wieder großzügige und sehr stilvolle Unterhaltung alter Schule. – Nichts einzuwenden wäre so auch gegen eine weitere Fortsetzung dieser Comic-Verfilmungen.


An Sprachversionen bieten die bei Plaion Pictures erschienene DVD und Blu-ray die italienische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie deutsche Untertitel. Als Extras werden ein etwa 15-minütiges Feature angeboten ("Backstage"), in dem die Regisseure und Schauspieler:innen über ihre Rollen und die Dreharbeiten sprechen, sowie der originale Kinotrailer und Trailer zu weiteren, bei Plaion Pictures erschienenen Filmen. Die 2-Disc-Special-Edition enthält zudem den 128-seitigen Comic "Diabolik, Wer bist du?", auf dem der Film basiert.



Trailer zu "Diabolik ist nicht zu fassen"



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