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Fog of War - Spion im Nebel

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • 25. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
"Fog of War - Spion im Nebel": Klassischer Whodunit-Krimi im Gewand eines Spionagefilms
"Fog of War - Spion im Nebel": Klassischer Whodunit-Krimi im Gewand eines Spionagefilms

Ein US-Pilot soll 1944 auf der in Massachusetts gelegenen Farm der Familie seiner Verlobten einen Nazi-Spion enttarnen: Michael Days als klassischer Whodunit-Krimi angelegter, kammerspielartiger Spielfilm ist bei Tiberius Film auf DVD und Blu-ray erschienen.


Mit einem wahren Schnittgewitter setzt Michael Days "Fog of War – Spion im Nebel" ein, wenn mit einer rasanten Abfolge von kurzen und fragmentierten Bildern ein Eindruck vom Abschuss eines Kampfflugzeugs über Frankreich vermittelt werden soll. Während ein Mitglied der Besatzung schon beim Absturz stirbt, wird ein zweites bald von den Nazis aufgegriffen und erschossen. Nur Gene (Jake Abel) kann verwundet entkommen.


Unterlegt ist diesem Auftakt das Voice-over von Genes Verlobter Penny (Brianna Hildebrand), die sehnlichst hofft, dass der geliebte Mann heil aus dem Krieg in die USA heimkehrt. Mit einem Schnitt springt Day in die USA, verankert die Handlung mit einem Insert im Frühjahr 1944 und lässt einen unerkannt bleibenden Täter die Dokumente für die Operation Overlord genannte Invasion in der Normandie aus einem Tresor stehlen.


Weil abgefangene Funksprüche darauf hindeuten, dass der oder die Täter aus der Gegend einer Farm in Massachusetts stammen, die dem Onkel und der Tante von Genes Verlobter gehört, erhält der rekonvaleszente Pilot vom Geheimdienst den Auftrag, in diesem Umfeld nach Nazi-Spionen zu suchen.


So entwickelt sich ein kammerspielartiger Whodunit im Stil der Agatha-Christie-Krimis oder auch von "Knives Out – Mord ist Familiensache". Ein Unterschied besteht freilich darin, dass Gene im Gegensatz zu den anderen Detektiven nicht offen, sondern verdeckt ermitteln muss. Ganz im Stil von "Mord im Orient-Express" oder auch "Knives Out" wird dabei durch die Konzentration auf die Farm als einzigen Schauplatz und auf wenige Figuren die Handlung dicht und abwechslungsreich vorangetrieben.


In üblicher Manier werden Verdachtsmomente gestreut, wenn sich beispielsweise das benachbarte Paar vor der vorbeikommenden Polizei versteckt oder der auf der Farm mitarbeitende belgische Flüchtling Viktor (Géza Röhrig) nachts heimlich Funksprüche abschickt. Gleichzeitig weist Viktors Aussage "Oft sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen" aber auch darauf hin, dass man dem ersten Eindruck nicht immer trauen sollte. Beachtet man Details wird die Spur freilich schon früh in die richtige Richtung gelenkt.


Zwar erinnert "Fog of War" so auch daran, dass es durchaus auch in den USA Nazis gab, doch insgesamt bleibt der historisch-politische Hintergrund weitgehend ein hitchcockscher MacGuffin, der nur dazu dient die Handlung zu motivieren und voranzutreiben.


Auch wenn die in helle Farben und warmes Licht getauchten Bilder trotz des idyllischen ländlichen Massachusetts in ihrer Aufgeräumtheit steril bleiben und keine echte Atmosphäre aufkommen lassen, bleibt Michael Days zweiter Spielfilm dennoch weitgehend spannend. Action ist hier nicht nötig, sondern das dichte Netz an Misstrauen und die zahlreichen Wendungen reichen völlig aus. Wenig überzeugend wird allerdings die Krimihandlung mit der Liebesgeschichte um Gene und Penny verknüpft, die durch die verdeckten Ermittlungen Genes zunehmend belastet wird und Risse bekommt.


An Sprachversionen verfügen die bei Tiberius Film erschienene DVD und Blu-ray über die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie deutsche Untertitel. Extras gibt es keine.


 

Trailer zu "Fog of War - Spion im Nebel"



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