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Eiserne Wildnis - Heart of the Beast

Autorenbild: Walter Gasperi
Walter Gasperi
vor 9 Stunden
3 Min. Lesezeit
"Eiserne Wildnis - Heart of the Beast": Ein Mann und sein Hund kämpfen in der Wildnis Alaskas ums Überleben
"Eiserne Wildnis - Heart of the Beast": Ein Mann und sein Hund kämpfen in der Wildnis Alaskas ums Überleben

Ein unter posttraumatischem Belastungssyndrom leidender Ex-Soldat und sein ebenfalls kriegsversehrter Militärhund müssen sich nach einem Flugzeugabsturz durch die Wildnis Alaskas durchschlagen: Ein Survival-Thriller, der nicht nur von einer intensiven Mensch-Hund-Freundschaft erzählt, sondern sich auch Zeit nimmt, in prächtigen Bildern die Schönheit der unberührten Natur zu feiern.


Schon 2014 hat David Ayer mit Brad Pitt in der Hauptrolle "Fury" ("Herz aus Stahl") gedreht. Wie in diesem Kriegsfilm um die Erfahrungen einer Panzerbesatzung während der letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs bietet der 58-jährige Amerikaner auch in "Eiserne Wildnis – Heart of the Beast" schnörkelloses, geradliniges und sehr physisches Männerkino klassischen Zuschnitts.


Von einer Einstiegsszene, in der eine junge Frau (Anna Lambe) auf einem Highway Alaskas auf einen einsamen Hund trifft, blendet Ayer eine Woche zurück. In großartigen Aufnahmen feiert Kameramann Mauro Fiore während eines Flugs des Ex-Soldaten James (Brad Pitt) mit seinem Wasserflugzeug die unberührte Landschaft Alaskas. Gemeinsam mit seinem Hund Odin, von dessen Kriegseinsätzen auch eine Prothese anstelle eines Vorderbeins zeugt, will James in der Einsamkeit jagen und fischen.


Ayer lässt sich Zeit, die innige Beziehung zwischen Mann und Hund, aber auch immer wieder die Schönheit der schneebedeckten Berge und der klaren Seen und Flüsse zu schildern. Spätestens wenn gegen Ende Polarlichter am Himmel aufleuchten, wird dabei auch die Grenze zum Kitsch überschritten, dennoch beeindrucken die prächtigen Bilder und bleiben haften. Gleichzeitig werden mit Alpträumen nicht nur von James, sondern auch von Odin eindringlich die traumatischen Erfahrungen in einem nicht näher bestimmten, wohl aber irakischen oder afghanischen Kriegsgebiet erfahrbar gemacht.


Geschickt wird auch bei einer Begegnung mit einem Trapper Spannung aufgebaut, aber die Erwartungshaltungen werden hier ebenso unterlaufen wie beim Rückflug durch einen heftigen Sturm. Dennoch kommt es zum Absturz und James muss sich mit Odin, dessen Name auf den nordischen und germanischen Göttervater verweist, 58 Meilen durch die Wildnis zur nächsten Straße durchschlagen.


Weitgehend mit dem Ex-Soldaten und seinem Hund, sowie der rauen Naturlandschaft Alaskas als Schauplatz kommt Ayer aus. Das ist der Raum, in dem James seine im Militär trainierten Überlebensfähigkeiten vom Entfachen eines Feuers über Landkartenarbeit bis zu Selbstverarztung beweisen kann und muss. Inbegriff einer stählernen Männlichkeit ist dieser am ganzen Oberkörper tätowierte Mann. Immer präsent ist dabei auch der militärische Kontext, der James und Odin nicht nur schwere Wunden zugefügt, sondern auch ihren Überlebenswillen und ihre Überlebensfähigkeit gestärkt hat.


Überraschungen bietet "Eiserne Wildnis – Heart of the Beast" dabei wenig, sondern arbeitet die erwartbaren Bedrohungen und Gefahren durch Tiere und natürliche Hindernisse ab. Nicht nötig sind hier menschliche Gegner, spärlich bleiben angesichts der Reduktion auf James und seinen Hund auch die Dialoge. Dennoch gelingt es Ayer immer wieder in den episodischen Szenen große Spannung aufzubauen und durch Mauro Fiores nah geführte Kamera und subjektive Perspektiven sowie Dody Dorns zupackenden Schnitt die Leiden, die der Ex-Soldat beim Sprung in einen eiskalten See oder beim Sturz in einen reißenden Fluss durchmachen muss, fast physisch erfahrbar zu machen.


Knackig und knapp ist der kompakte 100 Minuten lange Survival-Thriller inszeniert, die in Sepiafarben getauchten Rückblenden hätten allerdings reduziert werden können und zu gedehnt ist auch das Finale, in dem mächtig auf die Tränendrüsen gedrückt wird. Hund Odin bleibt dabei aber nie nur Begleiter seines Herrchens, sondern ist mindestens gleichwertiger Partner. In etwa gleich oft dürfte so auch die Kamera aus Odins Perspektive auf James blicken wie umgekehrt. Eindringlich wird so die symbiotische Freundschaft vermittelt, bei der der Mensch den Hund ebenso wie der Hund den Menschen unterstützt.


So überzeugend Brad Pitt, der auch als einer der Produzenten fungierte, dabei mit großem Körpereinsatz den physisch und psychisch schwer angeschlagenen James spielt, so wird er dennoch von Odin an die Wand gespielt. Bekräftigt wird dieser Fokus noch dadurch, dass der Film den Militärhunden gewidmet ist, denen im zivilen Leben nach ihren Kriegseinsätzen die Fürsorge durch liebevolle Familien gewünscht wird.



Eiserne Wildnis – Heart of the Beast

USA 2026

Regie: David Ayer

mit: Brad Pitt, J.K. Simmons, Anna Lambe

Länge: 102 min.



Läuft derzeit in den Kinos, z.B. im Cineplexx Hohenems.


Trailer zu "Eiserne Wildnis - Heart of the Beast"


 

 

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