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Der Astronaut - Project Hail Mary

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • 18. März
  • 3 Min. Lesezeit
"Der Astronaut - Project Hail Mary": Bewegendes Buddy-Movie über eine ungewöhnliche Freundschaft im All
"Der Astronaut - Project Hail Mary": Bewegendes Buddy-Movie über eine ungewöhnliche Freundschaft im All

Eine Verdunkelung der Sonne bedroht die Menschheit, doch eine Weltraummission soll das Problem lösen: Keine düstere Weltuntergangsgeschichte, sondern ein leichthändiger und witziger Science-Fiction-Film über eine ungewöhnliche Freundschaft, über Zusammenarbeit und gemeinsame Problemlösung.


Einen für einen Science-Fiction-Film ungewöhnlichen Ton schlagen Christopher Miller und Phil Lord schon am Beginn an, wenn Ryland Grace (Ryan Gosling) Lichtjahre von der Erde entfernt auf einem Raumschiff nach zehn Jahren aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht. Von Witz durchzogen ist nämlich, wie er sich aus seinem Anzug schält und sich nach einem Sturz von der Liege langsam wieder hochrappelt. Zudem sieht er mit seinen langen Haaren und seinem ungepflegten Bart nicht wie ein Astronaut, sondern wie ein Hippie aus.


Rasch entdeckt Grace, dass er der einzige Überlebende der dreiköpfigen Besatzung ist, doch er weiß zunächst nicht, wie er überhaupt auf das Raumschiff gekommen ist und was seine Aufgabe ist. Erst langsam findet er wieder seine Erinnerung und in kurzen Rückblenden, die sich durch den ganzen Film ziehen, bekommt man Einblick, wie der einfache Highschool-Lehrer und Molekularbiologe von der Leiterin (Sandra Hüller) der internationalen Mission "Project Hail Mary" rekrutiert wurde, um an der Rettung der Menschheit mitzuarbeiten. Diese ist nämlich durch eine Verdunkelung der Sonne, die zu einem markanten Temperaturabfall auf der Erde führen würde, bedroht.


Die Haupthandlung spielt aber auf dem Raumschiff, auf dem sich Grace zunächst orientieren muss, dann aber bald ein anderes Raumschiff entdeckt. Viel Zeit lassen sich Miller und Lord in ihrer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Andy Weir, der schon die Vorlage zu Ridley Scotts "Der Marsianer" (2015) geliefert hat, für die Schilderung der Kontaktaufnahme. Werden zunächst auf Distanz Botschaften ausgetauscht, dockt das fremde Schiff bald an und Grace sieht sich mit einem spinnenförmigen, steinernen und gesichtslosen Alien konfrontiert.


Ausführlich und mit liebevollem Witz schildert das Regieduo die Schwierigkeiten der Kommunikation, die Überwindung von zahlreichen Hürden und das langsame Wachsen einer innigen Freundschaft. Mehr Großaufnahmen dieser beiden auf sich gestellten Raumfahrer als Totalen des weiten Weltraums dominieren so dieses Kammerspiel und statt eines Special-Effects-Feuerwerk steht die menschliche Komponente im Zentrum dieses Science-Fiction-Films, der im Kern ein Buddy-Movie ist.


Weil freilich nicht nur die Menschheit, sondern auch die Welt des Aliens, dem Grace bald den Namen Rocky gibt, durch die Verdunkelung der Sonne bedroht ist, müssen die ungleichen Freunde zusammenspannen, um das Problem zu lösen. Mehrere gefährliche Weltraumspaziergänge von Grace sowie eine ebenso spektakuläre wie packende Actionszene bleiben nicht aus, doch von diesen dramatischen Momenten abgesehen bleibt der Erzählton geradezu unverschämt leicht und komödiantisch.


Das liegt nicht nur am lustvoll aufspielenden Ryan Gosling, der hinreißend mit dem warmherzig gezeichneten und Witz verbreitenden Alien harmoniert, sondern auch an der für einen Science-Fiction-Film ungewöhnlichen Filmmusik von Daniel Pemberton. Neben orchestraler Musik setzt der britische Filmkomponist nämlich zahlreiche bekannte Popsongs ein, die dieses Weltraumabenteuer immer wieder aller Schwere entheben.


Keine spektakulären Schlachten und auch keinen finsteren Antagonisten gibt es hier, sondern nicht nur Grace und das Alien, sondern auch die Leiterin der Weltraummission und die anderen Mitarbeiter werden durchwegs sympathisch und liebevoll gezeichnet. Statt Weltuntergangsstimmung zu verbreiten, erzählen Miller und Lord bewegend von Einsamkeit und der Sehnsucht nach einem Gefährten und der Rückkehr in die Heimat. Eindrücklich feiert das Regie-Duo dabei nicht nur die positive Kraft der Freundschaft, sondern auch Erfindungsreichtum bei der gemeinsamen Problemlösung und den Einsatz für den anderen, den man bald nicht mehr missen möchte.


Etwas zu lang ist "Der Astronaut - Project Hail Mary" mit 156 Minuten zwar geraten und auch der mehrfache Ansatz zu einem Ende überzeugt nicht, doch insgesamt beglückt dieser Science-Fiction-Film auch dadurch, dass er gerade in unseren von Kriegen und Konflikten bestimmten Welt die positiven Seiten des Menschen ins Zentrum rückt und Hoffnung verbreitet.

 


Der Astronaut – Project Hail Mary

USA 2026

Regie: Christopher Miller, Phil Lord

mit: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Ken Leung, Lionel Boyce, Milana Vayntrub, Liz Kingsman, James Ortiz, Orion Lee

Länge: 157 min.



Läuft derzeit in den Kinos, z.B. in der Kinothek Lustenau, Kino Bludenz, Cineplexx Lauterach und Cineplexx Hohenems.



Trailer zu "Der Astronaut - Project Hail Mary"


 

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