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Das Haus am Strand – Female on the Beach (1955)

Autorenbild: Walter Gasperi
Walter Gasperi
vor 20 Stunden
3 Min. Lesezeit
"Das Haus am Strand": Düsteres Melodram um obsessive Liebe, Gier und Begehren
"Das Haus am Strand": Düsteres Melodram um obsessive Liebe, Gier und Begehren

Eine reiche Witwe verliebt sich in einen Mann aus einfachen Verhältnissen, der vielleicht nur hinter ihrem Geld her ist. – Joseph Pevneys 1955 entstandenes düsteres Melodram um obsessive Liebe, Begehren und Gier ist bei Explosive Media auf DVD und Blu-ray erschienen.


Joseph Pevney war in den 1950er Jahren in vielen Genres als Regisseur tätig. Ein farbenprächtiger Abenteuerfilm findet sich mit "In den Kerkern von Marokko" (1954) in seiner Filmographie ebenso wie der Krimi "Der Tod war schneller" (1957) und der Gangsterfilm "Seine letzte Chance" (1955). "Das Haus am Strand" wiederum ist in seiner Düsterkeit ein dem Film noir zuzuordnendes Melodram.


In der weitgehenden Konzentration auf das an der kalifornischen Küste gelegene, titelgebende Haus ist kaum zu übersehen, dass Pevney hier mit Robert Hills "The Besieged Heart" ein Bühnenstück adaptiert hat. Die Beschränkung auf diesen Schauplatz verleiht "Das Haus am Strand" aber auch Kompaktheit, auch wenn das wiederholte plötzliche Auftauchen eines Polizisten und einer Maklerin sehr seltsam anmutet.


Einen düsteren Schatten legt Pevney über seinen Film schon mit dem Auftakt, wenn auf einen heftigen Streit und die Drohung, die Polizei anzurufen, der tödliche Sturz der schwer alkoholisierten Mieterin des Strandhauses folgt. Die reiche Lynn Markham (Joan Crawford), die nun als Eigentümerin einzieht, bekommt bald Einblick in die toxische Beziehung der Verstorbenen zum proletarischen, aber gutaussehenden Gigolo Drummond Hall (Jeff Chandler), der im Auftrag eines älteren Paares seine Geliebte nur ausnehmen sollte.


Lynn reagiert zwar zunächst abweisend und kalt auf die hartnäckigen und übergriffigen Annäherungsversuche Drummonds, behauptet, gerne allein zu sein, scheint in Wahrheit aber doch einsam zu sein und sich nach Liebe zu sehnen. Wie ihre verstorbene Mieterin flüchtet so auch diese alternde Witwe, die durch eine unglückliche Ehe mit einem Spieler zu Reichtum kam, immer wieder in Alkohol.


Schließlich gibt sie dennoch dem Werben Drummonds nach, der sich aus der Abhängigkeit von seinen Auftraggebern löst und Lynn sogar heiraten möchte. Stets in der Schwebe bleibt aber, ob Drummond echte Gefühle hegt oder doch nur hinter Lynns Geld her ist, und gleichzeitig mischt auch noch die Maklerin mit, die einst Drummonds Geliebte war und ihn immer noch liebt.


Reichlich abstrus sind die Wendungen der Handlungen und während Joan Crawford bei ihrer Verkörperung der kalten und zynischen Lynn hemmungslos überzieht, verleiht Jeff Chandler mit seinem Spiel Drummond eine beeindruckende Undurchschaubarkeit.


Mehr als durch die unglaubwürdige Handlung beeindruckt dieses Melodram durch Figurenzeichnung und Atmosphäre. Vernichtend ist der Blick auf die Menschen, denn da sind die beiden scheinbar harmlosen Alten im Grunde Zuhälter, die Drummond in die Prostitution drängen, und die Maklerin ist grenzenlos eifersüchtig. Aber auch die beiden Protagonist:innen, bei denen Drummond ganz auf seine Körperlichkeit setzt und Lynn ihr Altern und ihre schwindende Attraktivität durch körperbetonte Kleidung überspielen will, sind alles andere als Sympathieträger.


Anflüge von Romantik fehlen zwar nicht, doch abrupt brechen diese immer wieder ab. Denn zentrale Triebfedern des Handelns sind Gier nach Geld, obsessive Liebe, der jedes Mittel recht ist, um ihr Ziel zu erreichen, aber auch Einsamkeit und Begehren. Geschickt verstärken und verdichten dabei die Schwarzweißbilder von Kameramann Charles Lang diese morbide Atmosphäre.


An Sprachversionen bieten die bei Explosive Media (Vertrieb: Plaion Pictures) erschienene Blu-ray und DVD die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie englische und deutsche Untertitel. Die Extras beschränken sich auf den originalen Kinotrailer, eine Bildergalerie und Trailer zu weiteren Filmen dieses Labels.



Trailer zu "Das Haus am Strand - Female on the Beach" (1955)



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