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  • AutorenbildWalter Gasperi

Cannes 2023: Schaulaufen der Starregisseure


Gewohnt hochkarätig präsentiert sich das Line-up des 76. Filmfestivals von Cannes (16. – 27. 5. 2023). Unter den 19 Konkurrent:innen um die Goldene Palme finden sich mit Hirokazu Kore-eda, Nanni Moretti, Nuri Bilge Ceylan, Ken Loach und Wim Wenders fünf frühere Sieger, aber auch sechs Regisseurinnen, darunter die Österreicherin Jessica Hausner und die Italienerin Alice Rohrwacher wurden mit ihren neuen Filmen eingeladen.


Eröffnet wird das 76. Filmfestival von Cannes mit Maiwenns "Jeanne du Barry", der auch ein Wiedersehen mit Johnny Depp bringt. Läuft dieser zur Zeit Ludwigs XV. spielende Hinstorienfilm außer Konkurrenz, so wird im Wettbewerb Jonathan Glazers Holocaustdrama "The Zone of Interest" mit größter Spannung erwartet. Zehn Jahre nach dem herausragenden "Under the Skin" meldet der 58-jährige Brite sich damit zurück.


Lang ist die Liste der früheren Palmengewinner mit Hirokazu Kore-edas "Monster", Nanni Morettis "The Sun of the Future", Nuri Bilge Ceylans "About Dry Grasses", Ken Loachs "The Old Oak" und Wim Wenders´ "Perfect Days", aber auch davon abgesehen glänzt der Wettbewerb mit großen Namen.


Aus den USA präsentieren Wes Anderson mit "Asteroid City" und Todd Haynes mit "May / December", in dem der von einem Paar mit großem Altersunterschied erzählt wird, neue Filme. Dazu kommt das englischsprachige Debüt des brasilianisch-französisch-algerischen "Die Sehnsucht der Gusmão Schwestern"-Regisseurs Karim Ainouz, der mit seinem englischsprachen Debüt "Firebrand" einen psychologischen Horrorfilm vorlegt, und außerhalb des Wettbewerbs James Mangolds "Indiana Jones and the Dial of Destiny" und Martin Scorseses Thriller "Killers of the Flower Moon". Speziell mit den letztgenannten Filmen wird Cannes auch für große mediale Beachtung sorgen.


Weitere große Namen im Palmenrennen sind Aki Kaurismäki, der mit "Fallen Leaves" eingeladen wurde, der italienische Altmeister Marco Bellocchio, der mit "Rapito" teilnimmt, und die ehemalige Skandalregisseurin Catherine Breillat, die sich nach mehr als zehnjähriger Kinopause mit "L´été dernier" zurückmeldet.


Neben Breillat wurde als zweite Französin nur Justine Triet mit "Anatomie d´une chute" eingeladen. Im Vergleich zu früheren Jahren stark vertreten sind dafür die Frauen. Neben Breillat und Triet wurden so auch Jessica Hausner mit "Club Zero", die tunesische "The Man Who Sold His Skin"-Regisseurin Kaouther Ben Hania mit "Four Daughters", die Italienerin Alice Rohrwacher mit "La Chimera und die senegalesisch-französische Regisseurin Ramata-toulaye Sy mit ihrem Debüt "Banel et Adama" eingeladen.


Auffallend ist das Fehlen lateinamerikanischer Produktionen ebenso wie ost- und nordeuropäischer. Auch Asien ist mit Kore-eda, "The Passion of Dodin Boufant" des Vietnamesen Tran Anh Hung sowie dem Chinesen Wang Bing, der mit "Jeunesse" den einzigen Dokumentarfilm des Dokumentarfilms beisteuert, eher dünn.


Aber Cannes ist eben nie nur der Wettbewerb, sondern wartet auch in den anderen Sektionen immer wieder mit hochkarätigen Namen auf. So finden sich in der Schiene "Un certain regard" beispielsweise mit "The New Boy" der neue Film von "Sweet Country"-Regisseur Warwick Thornton oder in der Schiene Cannes Premieres mit "Cerrar los ojos" die Rückkehr des Spaniers Victor Erice, der vor 30 Jahren seinen letzten langen Film gedreht hat.


Aber mit "Kubi" und "Le temps d´aimer" werden in dieser Schiene auch neue Filme des Japaners Takeshi Kitano und der Französin Katell Quillevere angekündigt. – Etwas skeptisch muss man dabei freilich hinsichtlich der Qualität sein, wenn ein Festival neue Filme so renommierter Regisseure wie Erice und Kitano nicht in den Hauptbewerb aufnimmt.


Gespannt sein darf man aber bei den Special Screenings auch auf den Dokumentarfilm "Occupied City", in dem sich Steve McQueen mit Amsterdam während der deutschen Besetzung beschäftigt, oder den Dokumentarfilm "Anselm", in dem Wim Wenders den Künstler Anselm Kiefer porträtiert. Wenders ist somit ebenso mit zwei Filmen in Cannes vertreten wie Wang Bing, der neben seinem Wettbewerbsbeitrag "Jeunesse" auch in den Special Screenings mit dem Dokumentarfilm "Man in Black" vertreten ist.


Weitere große Namen können freilich durchaus noch dazukommen, wenn die Schiene "Quinzaine des realisateurs – Director´s Fortnight" am nächsten Dienstag (19.4.) ihr Programm bekannt geben wird.

Website des Filmfestivals von Cannes hier.

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