• Walter Gasperi

Strange Dreams


Eine junge Frau, die unter heftigen Alpträumen leidet, meldet sich für eine Studie in einem Schlaflabor, doch ihr Problem wird dadurch nicht behoben, sondern steigert sich sogar. – Anthony Scott Burns visuell starker, aber an einer wenig fokussierten Handlungsführung leidender Thriller ist bei Koch Films auf DVD und Blu-ray erschienen.


Die Kamera gleitet durch ein dunkles Kellergewölbe, eine Stahltür wird geöffnet und im nächsten Raum wird in der Dunkelheit ein nackter Mann mit leuchtenden Augen sichtbar. – Abrupt bricht die Szene mit dem Erwachen der 18-jährigen Sara (Julia Sarah Stone) auf einem Spielplatz ab. Der wiederkehrende Albtraum hat sie aus dem Vorstadthaus vertrieben, nur kurz kehrt sie in Abwesenheit der Mutter zurück, packt ein paar Sachen zusammen und will die nächsten Nächte bei ihrer Freundin verbringen.


Aufgrund von Schlafmangel pennt sie in der Schule immer wieder ein. Gerade recht kommt ihr folglich eine Anzeige, in der Probanden für eine Schlafstudie gesucht werden. Dass dabei ihre Träume aufgezeichnet werden, wird ihr zwar nicht mitgeteilt, doch nach der ersten Schlafeinheit unter Beobachtung fühlt sie sich tatsächlich ausgeruhter. Doch auch in dieser Laborsituation kommt der Alptraum wieder, führt nach dem Erwachen sogar zu einer heftigen Panikattacke, sodass Sara ihre Teilnahme an der Studie abbrechen möchte, sich dann aber doch wieder anders entscheidet.


Verunsichert wird sie auch durch einen jungen Mann (Landon Liboiron), der sie zu verfolgen scheint, sich dann aber als Mitarbeiter des Schlaflabors entpuppt und sie bald aus einer gefährlichen Situation rettet, sodass es zu einer Beziehung zu kommen scheint.


Sehr stylisch ist Anthony Scott Burns zweiter Spielfilm mit seinen von Weiß, Blautönen und hellem Grau bestimmten Bildern und den insgesamt sehr gedämpften Farben. Unterstützt von Synthie-Musik und sterilen Räume wird dadurch eine ebenso kühle und beunruhigende wie seltsam abgehobene Stimmung erzeugt, zu der die verstörenden, verschwommenen und schwarzweißen Bildschirmbilder der Träume in starkem Kontrast stehen.


Schwer tut man sich allerdings bei diesem auf atmosphärische Wirkung setzenden Thriller eine klare Handlungsführung auszumachen. Vom überraschenden Ende her ist das zwar durchaus logisch, davor bereiten Sprunghaftigkeit und fehlende Zielorientierung aber doch Kopfzerbrechen. Und auch der Sinn der drei Kapitelüberschriften "Die Persönlichkeit", "Der Schatten" und "Das Ich" erschließt sich nicht. Immer wieder gelingt es Burns so zwar in einzelnen Szenen Spannung zu erzeugen, doch bricht diese durch Szenenwechsel und Handlungssprünge dann auch immer wieder abrupt ab und muss langsam wieder neu aufgebaut werden.


So sollte man sich eben auf die starke Bildsprache, die teilweise freilich auch geschmäcklerisch wirkt und an Musik-Video-Clips erinnert, und die damit erzeugte Atmosphäre einlassen, sich freuen, dass hier für einmal nicht mit Dialogen alles erklärt wird, sondern versucht wird, in Bildern zu erzählen, und nicht allzu viel über den Inhalt grübeln.


An Sprachversionen bieten die bei Koch Films erschienene DVD und Blu-ray die englische Originalfassung, zu der deutsche Untertitel zugeschaltet werden können, und die deutsche Synchronfassung. Die Extras umfassen neben einem etwa sechsminütigen, deutsch untertitelten Making of, den Trailer und eine Bildergalerie.


Trailer zu "Strange Dreams"