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Dangerous Animals

  • Autorenbild: Walter Gasperi
    Walter Gasperi
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
"Dangerous Animals": Sean Byrne verbindet Serienkillerfilm und Haithriller zu spannendem Genrekino
"Dangerous Animals": Sean Byrne verbindet Serienkillerfilm und Haithriller zu spannendem Genrekino

Ein psychopathischer Serienkiller genießt es, seine weiblichen Opfer lebend an Haie zu verfüttern: Sean Byrnes kompakt inszenierter, spannender Genrefilm ist bei Leonine Studios auf DVD und Blu-ray erschienen.


Steven Spielberg genügte 1975 bei seinem Klassiker "Jaws" ("Der weiße Hai") ein Hai, um Angst zu verbreiten und Spannung zu erzeugen. In den Ablegern musste die Gefahr zunehmend erhöht werden beispielsweise durch genmanipulierte Angreifer in "Deep Blue Sea" (1999) oder durch Kombination mit dem Katastrophenfilm, wenn in "Sharknado" (2013) ein Tornado nicht nur Wassermassen, sondern auch eine Vielzahl von Haien in die Straßen von Los Angeles spült.


Auf der Hand liegt geradezu die Verbindung, die der Australier Sean Byrne in "Dangerous Animals" präsentiert: Er lässt einen psychopathischen Serienkiller Haie als Waffe verwenden, an die er junge Frauen verfüttert, während er gleichzeitig das blutige Geschehen mit einer alten Videokamera filmt. Zuvor schneidet er den Opfern dabei noch eine Haarsträhne ab, um mit dieser Trophäe seine fein säuberlich geordnete Sammlung von Videokassetten zu markieren.


Byrne fackelt nicht lange, wenn sich ansatzlos zwei junge Tourist:innen beim rostigen Fischkutter von Tucker (Jai Courtney) für ein Hai-Abenteuer melden. Im Stahlkäfig lässt er sie ins Meer, damit sie aus nächster Nähe und mit entsprechendem Thrill die mächtigen Fische bestaunen können. Schon meint man die makabren Witze, mit denen dieser Seemann von Anfang an seine Kunden verunsichert hat, seien wirklich nur Spaß, doch dann schlägt er brutal zu.


Abrupt bricht aber die Szene ab und der Vorspann setzt ein, der mit Flugaufnahmen die Skyline von Australiens Gold Coast und die Küste, dann die mächtigen Wellen und schließlich die junge amerikanische Surferin Zephyr (Hassie Harrison) vorstellt. Gegensätze treffen aufeinander, wenn die Abenteurerin in Moses (Josh Heuston) auf den Anzug und Krawatte tragenden Sohn einer Immobilienmaklerin (Josh Heuston) trifft, dennoch verbringen sie die Nacht miteinander.


Doch am nächsten Morgen verschwindet Zephyr, die seit einer schweren Kindheit unter Beziehungsängsten leidet, heimlich, um zu surfen, wird aber von Tucker entführt. Während sie, im Laderaum des Kutters angekettet, um ihr Leben kämpft, beginnt Moses zu ihrem Verbleib zu recherchieren.


Dynamisch treibt Byrne die Handlung voran und weckt auch mit prägnanter Figurenzeichnung Interesse. Herrlich fies spielt Jai Courtney den Killer, der in der von Hassie Harrison mit Leidenschaft gespielten Zephyr eine starke Gegnerin findet. Wie diese Antagonisten im Grunde zwei Seiten einer Medaille sind, so sind freilich auch weniger die Haie die "Dangerous Animals" des Titels als vielmehr der Mensch.


Spannung wird auch mit der doppelten Handlungsführung aufgebaut, wenn die Suche von Moses am Land vom Geschehen auf dem Schiff kontrastiert wird. Während Totalen des auf dem weiten Meer liegenden Kutters immer eindrücklich die Isolation und Ausgeliefertheit beschwören, erzeugt die Enge im Lagerraum, in dem Zephyr und die schon in der Pre-Title-Sequenz gefangene Heather angekettet sind, ein klaustrophobisches Gefühl.


Dem Versuch Zephyrs diesem Gefängnis zu entkommen, steht bald das sadistische Spiel gegenüber, das Tucker mit Heather beginnt. Breit ausspielen kann Byrne die blutigen Morde, wenn der Killer zunächst Fischabfälle ins Meer schüttet und dann sein Opfer mit Hebearm zunächst über der Wasseroberfläche hängen lässt und dann ins von Haien gefüllte Wasser taucht. Gesteigert wird sein Vergnügen dabei noch dadurch, dass die an einen Stuhl gefesselte Zephyr den Mord mitansehen muss, während er die beiden Frauen und den Haiangriff filmt.


Noch heftiger als diese Szenen ist aber, wie weit Zephyr geht, um sich ihrer Handschellen zu entledigen. In diesem Überlebenskampf muss sie über sich hinauswachsen, denn auch wenn sie kurzzeitig Oberhand gewinnt, schlägt Tucker doch immer wieder brutal zurück.


So bietet Byrne auch dank der Beschränkung auf wenige Figuren und den Fischkutter als zentralem Schauplatz sowie der starken Arbeit von Kameramann Shelley Farthing-Dawe schnörkelloses und kompakt inszeniertes Genrekino, in dem es zwar keine großen Überraschungen gibt, das aber doch bis zum finalen Showdown spannend bleibt.


An Sprachversionen bieten die bei Leonine Studios erschienene DVD und Blu-ray die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie deutsche Untertitel für Hörgeschädigte. Die Extras beschränken sich auf den deutschen Kinotrailer, ein dreiminütiges Featurette mit durch Filmausschnitte unterstützten Statements von Regisseur, Schauspieler:innen und Kameramann sowie Trailer zu weiteren bei Leonine Studios erschienenen Filmen.



Trailer zu "Dangerous Animals"



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