• Walter Gasperi

A Hard Day


Ein korrupter Polizist liefert sich mit einem Erpresser einen zunehmend härteren Kampf. Bei Busch Media Group ist Kim Seong-Huns von schwarzem Humor durchzogener Copthriller auf DVD und Blu-ray erschienen.


Ansatzlos wirft Kim Seong-Hun die Zuschauer*innen in seinen Thriller: Ein schwarzer Wagen rast über eine nächtliche Landstraße. Am Steuer sitzt der Polizist Geon-soo (Lee Sun-kyun), der zunächst per Handy mit seiner Schwester wegen des Begräbnisses seiner Mutter telefoniert, dann mit einem Kollegen wegen einer internen Ermittlung wegen Annahme von Schmiergeldern. Mehr als genug Probleme und Sorgen hat Geon-soo damit, doch dann überfährt er in der Dunkelheit noch einen Mann.


Zuerst will er den Notruf wählen, packt dann aber die Leiche in seinen Kofferraum. Wenig später gerät er aber in eine Alkoholkontrolle. Als die Beamten seinen Kofferraum prüfen wollen, rastet er aus, doch gerade noch rechtzeitig kommt die Meldung, dass es sich bei Geon-soo um ein Mitglied der Mordkommission handelt und man lässt ihn weiterfahren.


Wie dieses Verhalten der Straßenpolizisten angesichts des zuvor gewalttätigen Auftretens des Cops irritiert, so sind es immer wieder solche unglaubwürdigen Momente, die dem Spannungsaufbau Abbruch tun. Geschickt baut Seong-Hun so nicht nur bei der Alkoholkontrolle Suspense auf, sondern auch später, wenn Geon-soo versucht die Leiche im Sarg der Mutter zu entsorgen. Nur fragt man sich gleichzeitig stets, wieso er die Leiche denn nicht still und heimlich nachts in einem Wald vergräbt oder in einem See entsorgt, während doch in der Leichenhalle stets die Gefahr droht entdeckt zu werden und aufzufliegen.


Rasant geht es jedenfalls weiter, wenn Geon-soo zunächst entdeckt, dass der Tote ein Verbrecher ist, den er und seine Mitarbeiter festnehmen sollten, andererseits ihn auch ein mysteriöser Anrufer mit seinem Wissen über den Unfall in Angst versetzt. So muss er auf der einen Seite verhindern, dass seine Kollegen ihm auf die Spur kommen, und andererseits den mysteriösen Anrufer ausfindig machen.


Potential für Spannung bietet beides, doch Seong-Hun überzieht dabei immer wieder so, dass man nicht weiß, ob hier dem Copthriller eine schwarzhumorige Note verpasst werden soll, auf die zumindest ein westliches Publikum kaum einsteigen dürfte, oder dem Regisseur das Gespür für Bodenhaftung fehlt. Weder ist so eine Schlägerei in der Toilette im Polizeipräsidium nachvollziehbar noch ein zwar origineller, aber gleichzeitig auch absurder Mord.


So stark insgesamt auch einzelne Szenen wie der furiose Showdown am Ende, der allerdings unnötigerweise gedoppelt wird, sind, so unausgegoren ist "A Hard Day" doch auch und wirkt sprunghaft, wenn Geon-soos Beziehung zu seinen Mitarbeitern ebenso ins Spiel gebracht wird wie seine Familie. Vieles wird kurz für den Spannungsaufbau angetippt, doch wenig wird wirklich weiter entwickelt. Auch das Verhalten des Widersachers des Cops ist wenig überzeugend, denn da er offensichtlich alles weiß, wäre es doch viel einfacher, wenn er selbst das Objekt beschafft, das noch im Besitz der Leiche ist.


Über unterhaltsame, aber nicht wirklich begeisternde Durchschnittsware kommt der mit seinen zahlreichen Nachtaufnahmen optisch durchaus ansprechende Copthriller so kaum hinaus. Auffallend ist aber jedenfalls das sehr düstere und pessimistische Bild der koreanischen Polizei, das gezeichnet wird. Als kleiner Fisch erscheint da letztlich Geon-soo mit seinen Schmiergeldannahmen, macht doch ein Kollege auf ungleich kriminellere Weise das große Geld. Die Chefs aber wiederum wollen dies unbedingt vertuschen, um einen Skandal zu verhindern.


An Sprachversionen verfügen die bei der Busch Media Group erschienene DVD und Blu-ray über die koreanische Originalfassung, zu der deutsche Untertitel zugeschaltet werden können, sowie über die deutsche Synchronfassung. Die Extras beschränken sich auf eine Trailershow zu weiteren Titeln dieses Labels.


Trailer zu "A Hard Day"