Henry´s Liebesleben – The World of Henry Orient
- Walter Gasperi

- vor 2 Tagen
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Zwei pubertierende New Yorker Teenager beginnen einen selbstverliebten Pianisten, für den sie schwärmen, zu stalken: Bei Explosive Media (Verleih: Plaion Pictures) ist George Roy Hills von einem spielfreudigen Ensemble getragene, warmherzige Coming-of-Age-Komödie auf DVD und Blu-ray erschienen.
Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre feierte der 1921 geborene George Roy Hill mit dem Western "Butch Cassidy and the Sundance Kid" ("Zwei Banditen", 1969) und der Ganoven-Komödie "The Sting" ("Der Clou", 1973) seine größten Erfolge. Wie diese Welthits wesentlich vom Duo Robert Redford und Paul Newman getragen wurden, so lebt auch seine 1964 entstandene Verfilmung von Nora Johnsons Roman "The World of Henry Orient" von den beiden spielfreudigen Teenagern Tippie Walker und Merrie Spaeth sowie einem Peter Sellers, der den selbstverliebten und exzentrischen Pianisten Henry Orient mit sicherem Gespür für die Mischung von Realismus und Übertreibung spielt.
Mit einem Schwenk von einem Wolkenkratzer auf einen orangen Schulbus verankert Hill seinen zweiten Kinofilm in New York. Zu einem Hauptdarsteller wird die Ostküstenmetropole, wenn die Teenager Val (Tippie Walker) und Gil (Merrie Spaeth) immer wieder durch den Central Park und die Straßen streifen und der Herbst dabei in den Winter übergeht.
Gegensätze treffen mit den beiden pubertierenden 14-Jährigen zwar aufeinander, denn während Gil behütet bei ihrer geschiedenen Mutter und einer Verwandten aufwächst, sind die Eltern von Val immer geschäftlich unterwegs. Der braven Schülerin Gil steht mit Val ein Mädchen gegenüber, das schon mehrfach von der Schule geflogen ist und immer auf ein Abenteuer aus ist. Doch unter dem Einfluss ihrer Freundin wird sich auch Gil wandeln und zunehmend aktiver werden.
Als das Duo den Pianisten Henry Orient (Peter Sellers) beim Knutschen mit einer verheirateten Frau beobachtet, beginnt vor allem Val für diesen deutlich älteren Mann zu schwärmen. Gemeinsam mit Gil legt sie nicht nur ein Album an, in dem sie Fotos und Berichte über Henry sammelt, sondern die beiden Freundinnen beginnen auch, ihren Schwarm zu stalken.
Hill schlägt von Anfang an ein hohes Tempo an. Leichthändig beschwört er die noch kindliche Unbekümmertheit, wenn er Zeitlupe und Zeitraffer einsetzt, wenn seine Protagonistinnen durch die Straßen rennen und über Hydranten springen, oder sich mit Strohhut als Chinesinnen tarnen. Prägnant skizziert er auch die unterschiedlichen familiären Verhältnisse und vermittelt berührend die Sehnsucht der vernachlässigten Val nach elterlicher Geborgenheit und Liebe.
Gegenpol zu dieser familiären Ebene ist der Pianist Henry, den Peter Sellers lustvoll als einen Casanova spielt, der jede Frau zu verführen versucht. Hinreißenden Witz entwickeln diese teilweise auch zu Klamauk und Slapstick tendierenden Szenen.
Insgesamt versprüht diese warmherzige Komödie, die auch einfühlsam vom Coming-of-Age und vom Übergang jugendlicher Schwärmerei zu einer realistischen Weltsicht erzählt, viel Charme und besticht auch durch die starke Farbdramaturgie, die von kräftigem Rot dominiert wird, aber mit dem verschneiten Central Park auch dicht eine winterlich-kalte Stimmung evoziert.
An Sprachversionen bieten die bei Explosive Media (Vertrieb: Plaion Pictures) erschienene DVD und Blu-ray die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie englische und deutsche Untertitel. Die Extras beschränken sich auf den originalen US-Kinotrailer, eine Bildergalerie und Trailer zu weiteren bei Explosive Media erschienenen Filmen.
Trailer zu "Henry´s Liebesleben - The World of Henry Orient"




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