Erbschaft um Mitternacht - The Cat and the Canary (1939)
- Walter Gasperi

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Sechs entfernte Verwandte treffen sich in einer abgelegenen Villa in den Sümpfen von Louisiana zur Testamentseröffnung eines verstorbenen Angehörigen. – Bei Onegate ist Elliot Nugents Humor und Spannung mischende Horror-Krimikomödie aus dem Jahr 1939 auf Blu-ray erschienen.
Ein beliebter Schauplatz für Krimis sind abgelegene Häuser. Dichte kann man durch den begrenzten Ort erzeugen und die kleine Gruppe von Personen, die als Verbrecher:innen in Frage kommen, intensiv ausloten. Nicht übersehbar ist, dass "Erbschaft um Mitternacht" auf einem Theaterstück beruht. Schon 1927 war John Willards 1922 erschienenes Stück "The Cat and the Canary" erstmals von Paul Leni verfilmt worden ("The Cat and the Canary – Spuk im Schloss"), weitere Remakes folgten 1930, 1961 als schwedischer Fernsehfilm und 1978 in England.
Abgesehen von einer Szene im Garten der Villa spielt nur die den Film eröffnende Ankunft des Notars (George Zucco) außerhalb des Hauses. Mit der Bootsfahrt durch die sumpfigen Gewässer und einen schweigsamen Bootsführer wird schon eine leicht unheimliche Stimmung erzeugt, aber immer schwingt auch sanfter Witz mit.
Zu den Standardfiguren gehört auch eine undurchsichtige Haushälterin (Gale Sondergaard). Ihr Glaube an Geister gewinnt durch immer wieder flackerndes Licht und seltsame Geräusche Gewicht. Bald treffen auch die potentiellen Erben ein und der Notar verliest pünktlich zum 10. Todestag des exzentrischen Millionärs das Testament.
Dieses Testament wird aber noch durch einen vorerst ungeöffneten Zusatz ergänzt, in dem der Verstorbene festgehalten hat, wer erben soll, falls die als Alleinerbin eingesetzte Jenny (Paulette Goddard) innerhalb von einem Monat wahnsinnig werden sollte. Dazu kommt aber auch noch ein mysteriöser Wärter einer nahen psychiatrischen Klinik, der nach einem entflohenen psychisch kranken Mörder sucht.
So beginnen Schmeicheleien der Verwandten um die Alleinerbin ebenso wie Feindseligkeiten und bald verschwindet auch der Notar. Aber auch eine zunächst nur für die Zuschauer:innen sichtbare Geheimtür öffnet sich in der Bibliothek, ein verstecktes Collier wird entdeckt und bald verdächtigt jeder jeden, die Alleinerbin zu töten oder in den Wahnsinn treiben zu wollen.
Ist der aufstrebende Radioreporter Wally Campbell (Bob Hope), der Mut vorgibt, aber in Wahrheit sehr feige ist, wirklich nur um Jennys Wohl bemüht oder ist er hinter dem Geld her? – Konkurrieren Charlie und Fred wirklich nur aus Liebe um Jenny – oder geht es ihnen doch um das Erbe? Und welche Rolle spielt die Haushälterin?
Zwar wird "Erbschaft um Mitternacht" vom Dialog bestimmt, doch mit dem Wechsel zwischen den einzelnen Räumen des Hauses und den Figuren hält Elliot Nugent den nur 74 Minuten langen Film doch am Laufen. Vor allem der Komiker Bob Hope sorgt mit seinen Kommentaren immer wieder für Witz, während gleichzeitig durch Momente der Bedrohung und die Suche nach dem Täter Spannung erzeugt wird.
Etwas statisch ist das zwar inszeniert, aber dafür kann die in bestechendem Schwarzweiß gefilmte Krimi-Horrorkomödie, die lustvoll mit Horrorelementen spielt und das Genre parodiert, mit der stimmungsvollen Atmosphäre in der von Sümpfen umgebenen Villa punkten. Kein spektakulärer Film ist das zwar, weder Spannung noch Humor werden besonders forciert, aber zwar harmlose, aber doch sympathische Unterhaltung, wird dennoch immer noch geboten.
An Sprachversionen bietet die bei Onegate erschienene Blu-ray die englische Original- und die deutsche Synchronfassung sowie englische Untertitel. Extras fehlen.
Trailer zu "Erbschaft um Mitternacht - The Cat and the Canary"




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