• Walter Gasperi

TV-Tipps: 16.4. - 22.4. 2021


The Rider (Chloé Zhao)

Der wöchentliche Streifzug durch das Filmangebot der werbefreien TV-Sender: Vom Neo Noir bis zur romantischen Komödie, von klassischem New Hollywood bis zu modernen Meisterwerken.


Am Freitag, den 16.4., steht bei 3sat mit Curtis Hansons "L.A. Confidential" ein ebenso eleganter wie abgründiger und mit Kevin Spacey, Russell Crowe und Kim Basinger glänzend besetzter Neo Noir auf dem Programm (3sat, 22.25 Uhr). Klassisches Mafia-Kino bietet dagegen Damiano Damianis Leonardo Sciascia-Verfilmung "Der Tag der Eule", in dem ein Polizist im Fall eines ermordeten Bauunternehmers ermittelt (SRF 1, 23.50 Uhr).


Am Samstag, den 17.4. spielt Harry Dean Stanton in "Lucky" in einem Kaff im Südwesten der USA noch einmal groß auf in der Rolle eines eigenbrötlerischen 90-Jährigen. (3sat 00.05). In Francis Ford Coppolas "Der Dialog" verfängt sich Gene Hackman als Abhörspezialist dagegen in seinen eigenen Ermittlungsmethoden (SRF 1, 02.00 Uhr), während Lars Kraume in "Der Staat gegen Fritz Bauer" nicht nur ein Porträt des Generalstaatsanwalts Bauer, sondern auch ein düsteres Bild der Bundesrepublik der 1950er Jahre zeichnet (ARD Alpha, 20.15 Uhr). Packend und differenziert von sexuellem Missbrauch durch Priester und dem Umgang der katholischen Kirche damit erzählt dagegen Gerd Schneider in "Verfehlung" (SWR, 01.30 Uhr).


Am Sonntag, den 17.4. zeigt 3sat mit William Wylers "Ein Herz und eine Krone" einen zeitlosen Klassiker der romantischen Komödie, in dem Gregory Peck als Journalist einer von Audrey Hepburn gespielten Prinzessin, die er nicht erkennt, nicht nur die ewige Staat Rom zeigt, sondern sich auch eine leise Beziehung entwickelt (3sat, 20.15 Uhr). Arte wartet dagegen mit Arthur Penns großem Gangsterfilm "Bonnie und Clyde" (arte, 20.15 Uhr) auf und liefert anschließend dazu ein Porträt des Hauptdarstellers Warren Beatty (arte, 22.05 Uhr). Zu später Stunde gibt es dann noch zwei Liebesfilme: Auf ARD mit Derek Cianfrances "Blue Valentine – Vom Ende einer Liebe" ein von Ryan Gosling und Michelle Williams famos gespieltes tragisches Drama (ARD 01.50 Uhr) und auf SWR mit "To the Wonder – Die Wege der Liebe" ein bildmächtiger, aber allzu lyrisch-abgehobener Film von Terrence Malick (SWR, 00.35 Uhr).


Am Montag, den 18.4. zeigt Arte mit "Es geschah am helllichten Tag" eine klassische Dürrenmatt-Verfilmung, in der Heinz Rühmann im Fall eines Kindermords ermittelt (arte, 20.15 Uhr). SRF 1 bietet dagegen mit Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" ein Oscar gekröntes packendes Drama um Schuld und die Sehnsucht nach Erlösung (SRF 1, 00.40 Uhr).


Am Dienstag, den 20.4 verschränkt Tom Tykwer in seiner Verfilmung von David Mitchells Bestseller "Cloud Atlas" furios sechs zu unterschiedlichen Epochen spielende Geschichten zu einer Reflexion über menschliche Zivilisation, Gewalt, Macht und Machtmissbrauch (Hessen, 23.55 Uhr).


Am Mittwoch, den 21.4. sorgt Steven Soderbergh mit "Traffic – Macht des Kartells" für einen starken Thriller über den Drogenkrieg in den USA (arte, 21.45 Uhr). Auf die amerikanische Unterschicht blickt dagegen Jeremy Casper im Musikfilm "Patti Cake$ – Queen of Rap", in dessen Mittelpunkt eine schwergewichtige Rapperin steht, die vom großen Durchbruch träumt (SRF 2, 23.05 Uhr).


Am Donnerstag, den 21.4. sorgt Chloe Zhaos ("Songs My Brothers Taught Me") im Rodeo-Milieu und großteils mit Laien gedrehter "The Rider" für starkes, ungeschöntes US-Kino (SRF 1, 23.45). Spektakuläres Science-Fiction-Kino bietet Denis Villeneuve mit "Blade Runner 2049" (ORF 1, 20.15 Uhr), während Steven Spielberg mit seinem Hit "Jäger des verlorenen Schatzes" den amerikanische Abenteuerfilm der 1940er und 1950er Jahre wieder aufleben ließ (SRF 2, 23.15 Uhr). Ein bewegendes Drama gelang dagegen Katell Quillévéré mit "Die unerschütterliche Liebe der Suzanne", in dem die Französin mit zahlreichen Ellipsen über 25 Jahre vom Leben der Protagonistin und einer zerstörerischen Amour fou erzählt (WSR, 23.30 Uhr)