• Walter Gasperi

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers


Von einem Höhepunkt zum nächsten springt J. J. Abrams im abschließenden Teil der dritten „Star Wars“-Trilogie. Augenfutter wird im Übermaß geboten, die Handlung flüssig entwickelt und so die Spannung über 142 Minuten hoch gehalten. Nicht neu ist freilich, dass sich hinter der perfekten Verpackung wenig verbirgt.


Auf Wiedererkennungseffekt wird bei John Williams´ Auftaktmusik ebenso wie bei den nach hinten im Raum abrollenden einleitenden Inserts gesetzt. Etwa ein Jahr nach dem letzten „Star Wars“-Film „Die letzten Jedi“ (2017) spielt die Handlung, weitgehend die gleichen Figuren stehen im Zentrum.


Wie seit dem Prototypen „Star Wars“ vor nunmehr 42 Jahren geht es auch dieses Mal um den Kampf der Rebellen gegen den bösen Imperator und sein Imperium. Wie schon in den beiden Vorgängerfilmen ruht dabei die Hoffnung der Rebellen auf der jungen Rey (Daisy Ridley), während auf der Gegenseite wieder der ganz in Schwarz gekleidete Kylo Ren (Adam Driver) im Zentrum steht.


Dazu kommen altbekannte Roboter wie R2-D2 und C-3PO oder der haarige Wookie Chewbacca, aber auch Prinzessin Leia, für die schon für „Die letzten Jedi“ gedrehte, aber nicht verwendete Szenen mit der 2016 verstorbenen Carrie Fisher verwendet wurden, spielt eine wichtige Nebenrolle. Als Erinnerungsbilder von Kylo Ren bzw. Rey haben dagegen Luke Skywalker (Mark Hamill), der in „Star Wars 8“ verstarb, und Han Solo, der in „Star Wars 7“ von seinem Sohn Kylo ermordet wurde, Kurzauftritte.


Wie schon in „Star Wars 7“, aber nicht so ausgeprägt, stellt J. J. Abrams so Querverbindungen zum ersten Film der Serie her, vor allem aber soll großes Spektakel geboten werden. Dass dies trotz der beträchtlichen Länge von 142 Minuten nie langweilig wird, liegt an der rasanten Erzählweise mit spektakulären und immer wieder wechselnden Weltraum-Settings und deren detailreicher Ausgestaltung.


Da fliegen die Raumschiffe bald durch Schluchten zwischen Eiswänden, bald gibt es eine packende Verfolgung durch eine Wüstenlandschaft, dann führen die Abenteuer wieder in einen Dschungel oder auch eine Prärielandschaft, die am Rande eine wild tosenden, dunklen Meeres liegt. Eine bunte Marktszene gibt es ebenso wie eine ans Mittelalter erinnernde dunkle Stadt und dazwischen natürlich immer wieder Szenen im Kommandoschiff der finsteren Macht, aus der die Helden einen Gefangenen befreien müssen. Und auch klimatisch ändert sich die Stimmung von Szene zu Szene, denn mal ist man in gleissender Sonne, dann fällt wieder Schnee.


Aber auch die Fülle der unterschiedlichen Figuren und die liebevolle Gestaltung der Flug- und Fahrzeuge sorgen dafür, dass es immer etwas zu sehen gibt. Bevor hier Langeweile aufkommen könnte, wechselt Abrams schon wieder zum nächsten Schauplatz.


Während der erste Film der Serie noch deutliche Referenzen an Akira Kurosawas „Die verborgene Festung“ und mit dem Auftreten der imperialen Sturmtruppen an NS-Aufmärsche und Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ enthielt, bleibt „Star Wars 9“ ganz in seiner Welt. In ferner Zeit und fernen Galaxien will dieser Film spielen, die möglichen Querverbindungen zwischen den Rebellen im Film und heutigen Protestbewegungen werden eher verschleiert als forciert.


Im Zentrum steht neben dem Kampf dieser Rebellen vielmehr die Geschichte der Selbst- und Identitätsfindung von Rey und Kylo, die auch zu überraschenden Wendungen führt. Dazu wird natürlich wieder die Kraft des Gemeinschaftssinns als auch des menschlichen Willens und der Gedanken gefeiert. Nicht nur die Kämpfe mit den Laserschwertern verstehen so zu packen, sondern fast mehr noch eine Szene, in der Rey und Kylo allein mit ihren Gedanken und ihrer Willenskraft ein Raumschiff zu beeinflussen versuchen.


Konventionell ist der Handlungsaufbau mit Erfolgen und Rückschlägen, mit dem Wechsel von Action und ruhigeren Momenten und einem gewohnt bombastischen Showdown, aber Abrams versteht es diese Kinomaschine am Laufen zu halten. – Dass hier vor allem Augenfutter geboten wird, das mit Filmende verpufft, aber wenig Anreiz zum Denken geboten wird, kann man kaum kritisieren, da ja nichts als klassische Popcorn-Unterhaltung geboten werden soll. Dies freilich gelingt Abrams über weite Strecken bestens.


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